Kategorie: Abschleppdienst:
,.Whisky pur" auf Rädern
Unter dem Kapitel „Pflege” wird in der Betriebsanleitung darauf hingewiesen, daß die Teppiche gebürstet, aber auch mit dem Staubsauger gereinigt werden können. Und im Prospekt steht schlicht: „Ein idealer Wagen für Sport und Reise!” Ein Satz, so abgestanden wie das Dl in der Motorwanne eines stillgelegten Vorkriegswagens. Blättert man in der Betriebsanleitung, so findet man eine Anweisung über „das Ölen mit dem Kännchen” — darin sind zehn Teile aufgeführt, die man alle 8000 Kilometer mit dem Kännchen ölen sollte.
Einfach niedlich, nicht? Und wenn man dann noch liest, daß er bei 80 km/h nur mit 2200 U/min dreht, dann möchte man am liebsten die schnelle Sportmütze zu Hause lassen. Schauen wir nun mal nach, welche Reifendrücke er braucht, denn es macht einen albernen Eindruck, wenn man dieserhalb erst an der Tankstelle zu blättern beginnt.
Da haben wir ihn:
„Reifendruck: Für normale Fahrgeschwindigkeiten bis 210 km/h vorn 1,6 und hinten 1,75 atü”, ein Druckfehler ist das nicht!
Ich klappe das Heft zu und entschließe mich für „normale Fahrgeschwindigkeiten bis 210”. Was die Reifen haben müssen, wenn man mal schnell fahren möchte, das will ich gar nicht wissen. Ich bin verheiratet, habe ein Kind und allerlei Zukunftspläne .. . Ich gehe erst mal um das Auto rum.
Das dauert seine Zeit, denn es ist ein langer Weg. Das Auto ist genau 175s/s inches lang, und kein Inch kürzer. Dabei geht die halbe Incherei für den Motor drauf; es ist ein Motor mit zwei Notsitzen.
Und das Auto ist offen, denn es steht vor meiner Tür. Wir haben schon Ende Oktober, aber ich singe Ram-ta-ta-tam, das ist meine Lieblingsmelodie. Das Auto ist silbergrau und hat rote Lederpolster, und natürlich Speichenräder. Die Lollo könnte zwei Fuß neben ihm im Bikini auf dem Zaun sitzen, ich würde sie nicht bemerken.
Das Lenkrad ist aus Holz, und die breiten Speichen sind mehrfach durchbohrt. Es sieht aus, als hätte einer Fünfmarkstücke rausgestanzt und Groschen und Pfennige. Hinter solchen Lenkrädern sitzt man nicht alle Tage, sie fühlen sich an wie ein Mai-morgen am Lago Maggiore.
Am Ende des Autos ist eine Klappe. Wenn man sie aufmacht, geschieht noch weniger als wenn man etwa eine Keksdose öffnet.
Unter diesem Deckel hat ein Koffer erst dann Platz, nachdem man ihn durch eine Dampfmangel gedreht hat. Aber Castrol-Dosen gehen rein, genug, um das Auto für die Reise zu benutzen. Und sie sind auch drin, zehn handliche Literdosen und ein 5-Liter-Kanister.
Das ist beruhigend.
Dieses Exemplar ist eine sogenannte „geschrubbte Flunder”. Eine solche entsteht, wenn man seinen Jaguar dreißigtausend Kilometer lang an Hinz und Kunz verpumpt. Hinz und Kunz waren in diesem Fall Händler, Kunden und Tester. Aus der Reihenfolge dieser Aufzählung wollen Sie bitte eine panische Steigerung der Gefahren entnehmen, denen das Auto bereits ausgesetzt war.
Ich hätte auch eine frische Flunder kriegen können — aber ich brauchte eine für Männer, die Pfeife rauchen. So griff ich freudig zu der geschrubbten.
Sie roch abenteuerlich.
Nicht nach Flunder, sondern nach Ölsardine, denn sie verbrauchte im Stand einen halben Liter Castrol pro Nacht (im Winter mehr, weil die Nächte dann länger sind) Ich öffne also erst mal die Haube. Das ist ganz einfach: Man angelt sich aus dem Cockpit einen kräftigen Vierkantschlüssel (er ist am Kardantunnel aufgehängt) und steckt ihn in ein passendes Loch an der rechten oder linken Wagenseite. Dann dreht man ihn um und begibt sich auf die andere Wagenseite, wobei es ziemlich egal ist, ob man den Weg hinten- oder vornherum wählt — man spart im Höchstfall zwei Minuten. Dann steckt man den Vierkant drüben in das Loch und dreht ihn abermals rum. Nun hebt man das Auto kräftig an. Das, was stehenbleibt, ist das Chassis, was hochgeht, ist die Karosserie. Wenn beides hochkommt, haben Sie einen Fehler gemacht. Sie müssen nämlich erst noch eine Zunge lösen, die in der Mitte vor der Windschutzscheibe am Haubenrand auftaucht. Wenn die Haube dann offen ist (es ist eigentlich gar keine, sondern das halbe Auto), dann muß Ihr Anzug zur Reinigung. Die Zunge erreichen Sie nämlich nur durch innige Vermählung Ihres Körpers mit der Karosserie. Sollten Sie mit diesem Auto einmal ernstlich an einem Wettbewerb teilnehmen, und Sie müssen mittendrin mal unter die Haube, dann ist — wenn Sie sie wieder geschlossen haben — das Rennen bereits gelaufen.
Jetzt ist sie erst mal offen, und ich werde für meine Mühe fürstlich belohnt. Das Auto hat Strip-tease gemacht, es hat fast nichts mehr an, und seine edelsten Teile liegen einladend vor mir.
Lieber ein Blatt vor dem Mund als ein Brett vor dem Kopf.
Verzeichis: Auto Autovermietung Autohaus Gebrauchtwagen Autoboerse Autoversicherung Werkstatt Autohandel Abschleppdienst Quad Neuwagen Caravan Autotuning Leasing Autoverwertung LKW Autoersatzteile Autoanzeigen Fahrschule Tachojustierung Ferienfahrschule Landtechnik Ersatzteile Busreisen Kranverleih
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,.Whisky pur" auf Rädern
Unter dem Kapitel „Pflege” wird in der Betriebsanleitung darauf hingewiesen, daß die Teppiche gebürstet, aber auch mit dem Staubsauger gereinigt werden können. Und im Prospekt steht schlicht: „Ein idealer Wagen für Sport und Reise!” Ein Satz, so abgestanden wie das Dl in der Motorwanne eines stillgelegten Vorkriegswagens. Blättert man in der Betriebsanleitung, so findet man eine Anweisung über „das Ölen mit dem Kännchen” — darin sind zehn Teile aufgeführt, die man alle 8000 Kilometer mit dem Kännchen ölen sollte.
Einfach niedlich, nicht? Und wenn man dann noch liest, daß er bei 80 km/h nur mit 2200 U/min dreht, dann möchte man am liebsten die schnelle Sportmütze zu Hause lassen. Schauen wir nun mal nach, welche Reifendrücke er braucht, denn es macht einen albernen Eindruck, wenn man dieserhalb erst an der Tankstelle zu blättern beginnt.
Da haben wir ihn:
„Reifendruck: Für normale Fahrgeschwindigkeiten bis 210 km/h vorn 1,6 und hinten 1,75 atü”, ein Druckfehler ist das nicht!
Ich klappe das Heft zu und entschließe mich für „normale Fahrgeschwindigkeiten bis 210”. Was die Reifen haben müssen, wenn man mal schnell fahren möchte, das will ich gar nicht wissen. Ich bin verheiratet, habe ein Kind und allerlei Zukunftspläne .. . Ich gehe erst mal um das Auto rum.
Das dauert seine Zeit, denn es ist ein langer Weg. Das Auto ist genau 175s/s inches lang, und kein Inch kürzer. Dabei geht die halbe Incherei für den Motor drauf; es ist ein Motor mit zwei Notsitzen.
Und das Auto ist offen, denn es steht vor meiner Tür. Wir haben schon Ende Oktober, aber ich singe Ram-ta-ta-tam, das ist meine Lieblingsmelodie. Das Auto ist silbergrau und hat rote Lederpolster, und natürlich Speichenräder. Die Lollo könnte zwei Fuß neben ihm im Bikini auf dem Zaun sitzen, ich würde sie nicht bemerken.
Das Lenkrad ist aus Holz, und die breiten Speichen sind mehrfach durchbohrt. Es sieht aus, als hätte einer Fünfmarkstücke rausgestanzt und Groschen und Pfennige. Hinter solchen Lenkrädern sitzt man nicht alle Tage, sie fühlen sich an wie ein Mai-morgen am Lago Maggiore.
Am Ende des Autos ist eine Klappe. Wenn man sie aufmacht, geschieht noch weniger als wenn man etwa eine Keksdose öffnet.
Unter diesem Deckel hat ein Koffer erst dann Platz, nachdem man ihn durch eine Dampfmangel gedreht hat. Aber Castrol-Dosen gehen rein, genug, um das Auto für die Reise zu benutzen. Und sie sind auch drin, zehn handliche Literdosen und ein 5-Liter-Kanister.
Das ist beruhigend.
Dieses Exemplar ist eine sogenannte „geschrubbte Flunder”. Eine solche entsteht, wenn man seinen Jaguar dreißigtausend Kilometer lang an Hinz und Kunz verpumpt. Hinz und Kunz waren in diesem Fall Händler, Kunden und Tester. Aus der Reihenfolge dieser Aufzählung wollen Sie bitte eine panische Steigerung der Gefahren entnehmen, denen das Auto bereits ausgesetzt war.
Ich hätte auch eine frische Flunder kriegen können — aber ich brauchte eine für Männer, die Pfeife rauchen. So griff ich freudig zu der geschrubbten.
Sie roch abenteuerlich.
Nicht nach Flunder, sondern nach Ölsardine, denn sie verbrauchte im Stand einen halben Liter Castrol pro Nacht (im Winter mehr, weil die Nächte dann länger sind) Ich öffne also erst mal die Haube. Das ist ganz einfach: Man angelt sich aus dem Cockpit einen kräftigen Vierkantschlüssel (er ist am Kardantunnel aufgehängt) und steckt ihn in ein passendes Loch an der rechten oder linken Wagenseite. Dann dreht man ihn um und begibt sich auf die andere Wagenseite, wobei es ziemlich egal ist, ob man den Weg hinten- oder vornherum wählt — man spart im Höchstfall zwei Minuten. Dann steckt man den Vierkant drüben in das Loch und dreht ihn abermals rum. Nun hebt man das Auto kräftig an. Das, was stehenbleibt, ist das Chassis, was hochgeht, ist die Karosserie. Wenn beides hochkommt, haben Sie einen Fehler gemacht. Sie müssen nämlich erst noch eine Zunge lösen, die in der Mitte vor der Windschutzscheibe am Haubenrand auftaucht. Wenn die Haube dann offen ist (es ist eigentlich gar keine, sondern das halbe Auto), dann muß Ihr Anzug zur Reinigung. Die Zunge erreichen Sie nämlich nur durch innige Vermählung Ihres Körpers mit der Karosserie. Sollten Sie mit diesem Auto einmal ernstlich an einem Wettbewerb teilnehmen, und Sie müssen mittendrin mal unter die Haube, dann ist — wenn Sie sie wieder geschlossen haben — das Rennen bereits gelaufen.
Jetzt ist sie erst mal offen, und ich werde für meine Mühe fürstlich belohnt. Das Auto hat Strip-tease gemacht, es hat fast nichts mehr an, und seine edelsten Teile liegen einladend vor mir.
Lieber ein Blatt vor dem Mund als ein Brett vor dem Kopf.
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