Kategorie: Abschleppdienst: Schwarmstedt:
Zwischen Lüleburgaz und .. .
ie Sie mich hier lesen, so bin ich das Opfer einer Pressemeldung geworden. Sie verfolgt mich mitsamt der Gräfin und der siebenundzwanzigjährigen Patricia Wood bis in meine Träume hinein.
Vielleicht sollte ich Ihnen noch verraten, daß ich schon immer einmal nach Indien fahren wollte, natürlich auf dem Landwege. Aber es kam stets etwas dazwischen, wie das so ist, wenn man sich Sultaninen in den Kopf setzt. Und nun diese Pressemeldung! Falls sie Ihnen entgangen sein sollte, hier ist sie noch mal:
Mit dem Hinmau „Husky” zum Himalaja
Die Leiterin einer aus sechs Damen bestehenden Bergsteigergruppe, die 56 Jahre alte Gräfin Dorothea Gravina, verließ vor kurzem London in einem schwer beladenen Hillman Husky und begab sich auf die 11000 Kilometer lange Fahrt nach Westnepal. Ihre Begleiterin ist die 27 Jahre alte Zahnärztin Patricia Wood, die ebenfalls eine aus-gezeichnete Alpinistin ist. Die Gräfin, die von den technischen Dingen eines Autos nicht viel verstand, verbrachte einen Tag in einer Bootes-Kundendienststation, wo sie, angetan mit einem Monteuranzug, lernte, wie das Fahrzeug richtig instandgehalten wird.
Wie gesagt, bis in meine Träume hinein!
Sie steht vor meinem Bett, nimmt die Wasserpumpe aus der Tasche ihres Monteuranzuges und läßt sich von der Zahnärztin den Bohrer reichen. Einen ganzen Tag lang hat sie Automobil studiert, einen Tag für elftausend Kilometer, die zwischen London und dem Himalaja liegen .. .
Hat die Frau eine Auffassungsgabe! Sie ist übrigens die erste Dame über Fünfzig, die mir fortgesetzt im Traum erscheint, und es kann nicht daran liegen, daß die siebenundzwanzigjährige Patricia immer mitkommt. Nein, das ist es nicht.
Gestern sah ich die beiden, es muß kurz nach Mitternacht gewesen sein. Sie standen mit ihrem Husky zwischen Lüleburgaz und Büyük Karistiran. Sie kennen die Gegend? Es ist im Türkischen. Die Straße führt über den Evrenli Dere, der immer, wenn man ohne Kühlwasser bei ihm eintrifft, staubtrocken ist. Der Evrenli Dere ist nämlich ein Fluß. Vor der Brücke, die völlig unnötigerweise über ihn hinwegführt, stand der Hillman gestern nacht.
Er läßt sich nicht kippen, man kann aber die Mütze darüberhängen, womit die Konstrukteure wohl wiederum gerechnet haben.
Meine Mütze liegt aber ganz hinten unter der Schreibmaschine. Nun muß ich mich von hinten blenden lassen. Immer mehr Leute blenden von hinten, seit ein Richter, der offenbar einem Wandervogel-Verein angehört, gesagt hat, daß man das darf. Dreizehntausendfünfhundert Mark und kein abblendbarer Innenspiegel, dafür ein Außenspiegel, der ständig vibriert. Schreib das auf! Nein, die Marke ist nebensächlich. Ich meine gar nicht ein einziges Auto, ich meine die meisten. Eines, das einen weltweiten Namen hat, den anzutasten eine Sünde ist, haben sie nach Abschaffung der Winker mit Heckleuchten auf die Menschheit losgelassen, aus denen die Menschheit nicht klug werden konnte. Nach ein paar hunderttausend Stück haben sie es dann gemerkt und bessere Heckleuchten gebracht. Von selber sind sie nicht darauf gekommen, die betreffenden Schildbürger, die eine Menge zu sagen haben. Daß unsere heutigen Automobile ohne jeglichen Mutterwitz gebaut werden, läßt sich längst nicht mehr leugnen. Unter Mutterwitz verstehe ich in diesem Falle so etwas wie Mut mit Pfiff. Selten ist ein Ding an diesen Automobilen zu Ende gedacht worden. Wahrscheinlich, weil man gern noch ein paar Modelljahre lang herumdenken möchte. Denn das Publikum jubelt allemal so schön, wenn nach dem zweiten oder dritten Produktionsjahr der Mist vom ersten abgestellt wird.
Man hat aber auch nicht den Mut, einmal ein zu Ende gedachtes Auto zu bauen. Eines, das alle im Blech schlummernden Möglichkeiten ausnützt. Ihr braucht ja gar keinen Kofferraumdeckel-Griff zu spendieren, wenn Ihr dem Deckel einen Blechwulst verpaßt. Und warum wagt es niemand, einmal ein Dach zu pressen, das von vornherein für Dachlasten präpariert ist? In dieses Dach könnte eine pottebene Plattform eingepreßt sein, die von Befestigungspunkten für einen flach bauenden Dachgepäckträger flankiert ist.
Wie viele Autokäufer von vornherein wissen, daß sie ohne Dachgepäckträger nicht auskommen werden, das sieht man auf den Campingplätzen. Vier oder fünf Personen brauchen im Zeitalter der Campingreisen das Dach unbedingt. Es gibt aber kaum ein trägerfreundliches, abgeflachtes und mit serienmäßigen Befestigungspunkten versehenes Dach — obwohl es im wahrsten Sinne des Wortes in der Luft liegt.
Und wie ist es mit der Frischluft wirklich? Im Süden stellt es sich heraus, daß nur mit List und Tücke Frischluft in die Limousinen hineinzukriegen ist. Die Franzosen machen uns da etwas vor, die Italiener machen es schon schlechter, und wir machen es ganz schlecht. Ich denke da an bessere, aber vergangene Zeiten. Es gab noch bis zum 170 V vor dem Kriege die ausstellbaren Windschutzscheiben. Sie waren im geschlossenen Zustand wirklich dicht, im stufenlos geöffneten von segensreicher Wirkung, und sie fielen lediglich dem Kalkulationsstift zum Opfer. Der Fortschritt besteht seit Jahren im Weglassen zu teurer Annehmlichkeiten, ohne daß die Autos dadurch etwa billiger geworden wären.
Wer schläft, sündigt nicht - wer vorher sündigt, schläft besser.
Verzeichis: Auto Autovermietung Autohaus Gebrauchtwagen Autoboerse Autoversicherung Werkstatt Autohandel Abschleppdienst Quad Neuwagen Caravan Autotuning Leasing Autoverwertung LKW Autoersatzteile Autoanzeigen Fahrschule Tachojustierung Ferienfahrschule Landtechnik Ersatzteile Busreisen Kranverleih
Zwischen Lüleburgaz und .. .
ie Sie mich hier lesen, so bin ich das Opfer einer Pressemeldung geworden. Sie verfolgt mich mitsamt der Gräfin und der siebenundzwanzigjährigen Patricia Wood bis in meine Träume hinein.
Vielleicht sollte ich Ihnen noch verraten, daß ich schon immer einmal nach Indien fahren wollte, natürlich auf dem Landwege. Aber es kam stets etwas dazwischen, wie das so ist, wenn man sich Sultaninen in den Kopf setzt. Und nun diese Pressemeldung! Falls sie Ihnen entgangen sein sollte, hier ist sie noch mal:
Mit dem Hinmau „Husky” zum Himalaja
Die Leiterin einer aus sechs Damen bestehenden Bergsteigergruppe, die 56 Jahre alte Gräfin Dorothea Gravina, verließ vor kurzem London in einem schwer beladenen Hillman Husky und begab sich auf die 11000 Kilometer lange Fahrt nach Westnepal. Ihre Begleiterin ist die 27 Jahre alte Zahnärztin Patricia Wood, die ebenfalls eine aus-gezeichnete Alpinistin ist. Die Gräfin, die von den technischen Dingen eines Autos nicht viel verstand, verbrachte einen Tag in einer Bootes-Kundendienststation, wo sie, angetan mit einem Monteuranzug, lernte, wie das Fahrzeug richtig instandgehalten wird.
Wie gesagt, bis in meine Träume hinein!
Sie steht vor meinem Bett, nimmt die Wasserpumpe aus der Tasche ihres Monteuranzuges und läßt sich von der Zahnärztin den Bohrer reichen. Einen ganzen Tag lang hat sie Automobil studiert, einen Tag für elftausend Kilometer, die zwischen London und dem Himalaja liegen .. .
Hat die Frau eine Auffassungsgabe! Sie ist übrigens die erste Dame über Fünfzig, die mir fortgesetzt im Traum erscheint, und es kann nicht daran liegen, daß die siebenundzwanzigjährige Patricia immer mitkommt. Nein, das ist es nicht.
Gestern sah ich die beiden, es muß kurz nach Mitternacht gewesen sein. Sie standen mit ihrem Husky zwischen Lüleburgaz und Büyük Karistiran. Sie kennen die Gegend? Es ist im Türkischen. Die Straße führt über den Evrenli Dere, der immer, wenn man ohne Kühlwasser bei ihm eintrifft, staubtrocken ist. Der Evrenli Dere ist nämlich ein Fluß. Vor der Brücke, die völlig unnötigerweise über ihn hinwegführt, stand der Hillman gestern nacht.
Er läßt sich nicht kippen, man kann aber die Mütze darüberhängen, womit die Konstrukteure wohl wiederum gerechnet haben.
Meine Mütze liegt aber ganz hinten unter der Schreibmaschine. Nun muß ich mich von hinten blenden lassen. Immer mehr Leute blenden von hinten, seit ein Richter, der offenbar einem Wandervogel-Verein angehört, gesagt hat, daß man das darf. Dreizehntausendfünfhundert Mark und kein abblendbarer Innenspiegel, dafür ein Außenspiegel, der ständig vibriert. Schreib das auf! Nein, die Marke ist nebensächlich. Ich meine gar nicht ein einziges Auto, ich meine die meisten. Eines, das einen weltweiten Namen hat, den anzutasten eine Sünde ist, haben sie nach Abschaffung der Winker mit Heckleuchten auf die Menschheit losgelassen, aus denen die Menschheit nicht klug werden konnte. Nach ein paar hunderttausend Stück haben sie es dann gemerkt und bessere Heckleuchten gebracht. Von selber sind sie nicht darauf gekommen, die betreffenden Schildbürger, die eine Menge zu sagen haben. Daß unsere heutigen Automobile ohne jeglichen Mutterwitz gebaut werden, läßt sich längst nicht mehr leugnen. Unter Mutterwitz verstehe ich in diesem Falle so etwas wie Mut mit Pfiff. Selten ist ein Ding an diesen Automobilen zu Ende gedacht worden. Wahrscheinlich, weil man gern noch ein paar Modelljahre lang herumdenken möchte. Denn das Publikum jubelt allemal so schön, wenn nach dem zweiten oder dritten Produktionsjahr der Mist vom ersten abgestellt wird.
Man hat aber auch nicht den Mut, einmal ein zu Ende gedachtes Auto zu bauen. Eines, das alle im Blech schlummernden Möglichkeiten ausnützt. Ihr braucht ja gar keinen Kofferraumdeckel-Griff zu spendieren, wenn Ihr dem Deckel einen Blechwulst verpaßt. Und warum wagt es niemand, einmal ein Dach zu pressen, das von vornherein für Dachlasten präpariert ist? In dieses Dach könnte eine pottebene Plattform eingepreßt sein, die von Befestigungspunkten für einen flach bauenden Dachgepäckträger flankiert ist.
Wie viele Autokäufer von vornherein wissen, daß sie ohne Dachgepäckträger nicht auskommen werden, das sieht man auf den Campingplätzen. Vier oder fünf Personen brauchen im Zeitalter der Campingreisen das Dach unbedingt. Es gibt aber kaum ein trägerfreundliches, abgeflachtes und mit serienmäßigen Befestigungspunkten versehenes Dach — obwohl es im wahrsten Sinne des Wortes in der Luft liegt.
Und wie ist es mit der Frischluft wirklich? Im Süden stellt es sich heraus, daß nur mit List und Tücke Frischluft in die Limousinen hineinzukriegen ist. Die Franzosen machen uns da etwas vor, die Italiener machen es schon schlechter, und wir machen es ganz schlecht. Ich denke da an bessere, aber vergangene Zeiten. Es gab noch bis zum 170 V vor dem Kriege die ausstellbaren Windschutzscheiben. Sie waren im geschlossenen Zustand wirklich dicht, im stufenlos geöffneten von segensreicher Wirkung, und sie fielen lediglich dem Kalkulationsstift zum Opfer. Der Fortschritt besteht seit Jahren im Weglassen zu teurer Annehmlichkeiten, ohne daß die Autos dadurch etwa billiger geworden wären.
Wer schläft, sündigt nicht - wer vorher sündigt, schläft besser.
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