Kategorie: Auto: Schneverdingen:
muß ... Die Schilderschöpfer haben für jede Gelegenheit ein passendes Schild erfunden, aber in der Amtssprache gibt es überhaupt keins — es gibt nur die Verkehrszeichen. Diese zerfallen beim Aufprall in Warnzeichen, Gebotszeichen, Verbotszeichen, Hinweiszeichen, Verkehrszeichen mit Zusatzschildern und sichere Anzeichen dafür, daß es nun bald am allerschildersten ist. Es ist fünf Minuten vor Schild! Gegen Reklame am Rande unserer Straßen ist der Staat offenbar nur, weil er den Rand für seine eigenen Schilder braucht — bis auf den letzten Meter! Es ist ganz einfach kein Platz mehr frei für Reklametafeln, es sei denn, daß man es besonders geschickt machte. So könnte man in das Zeichen „Bodenwelle” den Namenszug einer Büstenhalterfirma einsticken. Oder unter das schleudernde Auto könnte man schreiben: „Hauptsache allianzversichert!” — während sich unter dem Wildwechsel-Warnzeichen die Zeile anbringen ließe: „Hotel zum Hirsch Bad Wuchting.”
Auf diese Idee kommt außer mir natürlich niemand. Um heute Ideen zu haben, dazu braucht man ein Team. Ein Team sind ein paar Leute, die den Brei verderben. Auch unsere Regierung ist eins.
Aber ich schweife ab, manchmal werde ich beim Schreiben aus der Kurve getragen, wahrscheinlich deshalb, weil ich mich nicht anschnallen lasse. Ein angeschnallter Artikel geht stur geradeaus und eckt nirgends an. Mir ist noch nie einer gelungen. Bevor ein Mann mit einer Schaufel darangeht, ein Schlagloch einzuebnen, stellt er in Italien ein waagerechtes Brett auf mit der Inschrift: „Olio Sasso” — nein, das ist falsch, meine Erinnerung spielt mir einen Streich — „Lavori in corso” steht darauf, das heißt soviel wie „Straßenarbeiten” und genügt vollkommen.
Hierzulande macht der Mann mit der Schaufel ein paar Umstände mehr. Bevor er darangeht, das Schlagloch einzuebnen, stellt er einen ganzen Lastwagen voll Schilder auf. Erst drückt er mal systematisch die Geschwindigkeit herunter. Er fängt bei 80 an, geht dann auf 60, auf 40 und schließlich da, wo er mit seiner Schaufel zu stehen beabsichtigt, auf 10 herunter. Dann geht er frühstücken und alle fahren so lange 10, bis sie merken, daß sie selber daran schuld sind. Dann drehen sie wie-der auf und wundern sich. Nach dem Frühstück stellt der Mann noch diese Schilder auf: Allgemeine Gefahren-stelle, Engpaß, Oberholverbot, Schleudergefahr (denn er wird mit einem Eimer Wasser hantieren müssen), Baustelle, Verbot der Durchfahrt bei Gegenverkehr, Halte-verbot Anfang, Halteverbot Ende, Ende der Geschwindigkeitsbegrenzung, Ende des Oberholverbots. Ende des ersten Arbeitstages, der Mann geht nach Hause. Man kommt nun an seinem frischgepflanzten Schilderwald an, bremst runter, noch runterer, ist bald ganz unten und auf einen zähnefletschenden Bagger, eine Asphaltkolonne und eine Dieselwalze gefaßt, aber nichts dergleichen geschieht. Wenn man den Wald passiert hat, ohne auch nur das geringste Anzeichen dafür zu entdecken, weswegen er gepflanzt wurde, möchte man am liebsten dem
Alle Menschen sind klug. Die einen vorher, die anderen nachher.
Verzeichis: Auto Autovermietung Autohaus Gebrauchtwagen Autoboerse Autoversicherung Werkstatt Autohandel Abschleppdienst Quad Neuwagen Caravan Autotuning Leasing Autoverwertung LKW Autoersatzteile Autoanzeigen Fahrschule Tachojustierung Ferienfahrschule Landtechnik Ersatzteile Busreisen Kranverleih
muß ... Die Schilderschöpfer haben für jede Gelegenheit ein passendes Schild erfunden, aber in der Amtssprache gibt es überhaupt keins — es gibt nur die Verkehrszeichen. Diese zerfallen beim Aufprall in Warnzeichen, Gebotszeichen, Verbotszeichen, Hinweiszeichen, Verkehrszeichen mit Zusatzschildern und sichere Anzeichen dafür, daß es nun bald am allerschildersten ist. Es ist fünf Minuten vor Schild! Gegen Reklame am Rande unserer Straßen ist der Staat offenbar nur, weil er den Rand für seine eigenen Schilder braucht — bis auf den letzten Meter! Es ist ganz einfach kein Platz mehr frei für Reklametafeln, es sei denn, daß man es besonders geschickt machte. So könnte man in das Zeichen „Bodenwelle” den Namenszug einer Büstenhalterfirma einsticken. Oder unter das schleudernde Auto könnte man schreiben: „Hauptsache allianzversichert!” — während sich unter dem Wildwechsel-Warnzeichen die Zeile anbringen ließe: „Hotel zum Hirsch Bad Wuchting.”
Auf diese Idee kommt außer mir natürlich niemand. Um heute Ideen zu haben, dazu braucht man ein Team. Ein Team sind ein paar Leute, die den Brei verderben. Auch unsere Regierung ist eins.
Aber ich schweife ab, manchmal werde ich beim Schreiben aus der Kurve getragen, wahrscheinlich deshalb, weil ich mich nicht anschnallen lasse. Ein angeschnallter Artikel geht stur geradeaus und eckt nirgends an. Mir ist noch nie einer gelungen. Bevor ein Mann mit einer Schaufel darangeht, ein Schlagloch einzuebnen, stellt er in Italien ein waagerechtes Brett auf mit der Inschrift: „Olio Sasso” — nein, das ist falsch, meine Erinnerung spielt mir einen Streich — „Lavori in corso” steht darauf, das heißt soviel wie „Straßenarbeiten” und genügt vollkommen.
Hierzulande macht der Mann mit der Schaufel ein paar Umstände mehr. Bevor er darangeht, das Schlagloch einzuebnen, stellt er einen ganzen Lastwagen voll Schilder auf. Erst drückt er mal systematisch die Geschwindigkeit herunter. Er fängt bei 80 an, geht dann auf 60, auf 40 und schließlich da, wo er mit seiner Schaufel zu stehen beabsichtigt, auf 10 herunter. Dann geht er frühstücken und alle fahren so lange 10, bis sie merken, daß sie selber daran schuld sind. Dann drehen sie wie-der auf und wundern sich. Nach dem Frühstück stellt der Mann noch diese Schilder auf: Allgemeine Gefahren-stelle, Engpaß, Oberholverbot, Schleudergefahr (denn er wird mit einem Eimer Wasser hantieren müssen), Baustelle, Verbot der Durchfahrt bei Gegenverkehr, Halte-verbot Anfang, Halteverbot Ende, Ende der Geschwindigkeitsbegrenzung, Ende des Oberholverbots. Ende des ersten Arbeitstages, der Mann geht nach Hause. Man kommt nun an seinem frischgepflanzten Schilderwald an, bremst runter, noch runterer, ist bald ganz unten und auf einen zähnefletschenden Bagger, eine Asphaltkolonne und eine Dieselwalze gefaßt, aber nichts dergleichen geschieht. Wenn man den Wald passiert hat, ohne auch nur das geringste Anzeichen dafür zu entdecken, weswegen er gepflanzt wurde, möchte man am liebsten dem
Alle Menschen sind klug. Die einen vorher, die anderen nachher.
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