Kategorie: Autoboerse: Bergen:
Da in der kleinen Stadt nach dem Bankkrach, von dem auch mein Vater betroffen war, nichts mehr anfiel, verließen wir sie und gingen dahin, wo wir einst alle mit-einander geboren waren.
Diese Stadt war größer und sie hatte richtige Autogeschäfte. Aber wir mußten vor-übergehend zu Fuß gehen. Das waren zwei bittere Jahre für meinen Vater, den ich oft dabei ertappte, wie er verstohlen an seinem Feuerzeug schnupperte. Meinen Freund Benner habe ich nie wieder gesehen. Damals schmerzte es mich nicht, weil wir kurz vor meinem Wegzug einen bösen Streit gehabt hatten. Er wollte plötzlich Flugzeuge bauen und ich war weiterhin für Autos. Es krachte auch im Gebälk der BOB & BENNER-Werke.
Was er nun später wirklich gemacht hat, weiß ich nicht. Vielleicht ist er Baptistenprediger geworden, denn als ich damals mit dem staubbedeckten Stock-Motorrad, den zerrissenen Keilriemen um den Hals gehängt, zu ihm zurückkam, saß er am Straßenrand und betete .. .
Vielleicht baut er aber wirklich Flugzeuge? Ich werde es nie erfahren, denn so sehr ich mich auch bemühe und auf unser Klassenbild starre, das mir noch geblieben ist, sein Familienname will mir nicht einfallen. Ich weiß nur eins mit Sicherheit: Messerschmitt hieß er nicht, de Havilland auch nicht, auch nicht Dornier oder Douglas. Was aber nicht ausschließt, daß er bei einer dieser Firmen im Verwaltungsrat sitzt und auch meinen Familiennamen vergessen hat.
Er hätte mich ,sonst bestimmt geholt, denn ich war immer derjenige, der die Ideen hatte, während er bloß den Draht, das Millimeterpapier und das Benzin für das Stock-Motorrad kaufte. Und Ideen sind heute knapp. Man sieht es daran, daß die Flug-zeuge noch immer herunterfallen und die Autos mehr Inspektionen brauchen als früher.
Wie gesagt, es ist ein Jammer, daß es damals mit dem 8-Zylinder BOB & BENNER nicht geklappt hat .. .
AM
SCHILD SCHILDER SCHILDERSTEN
es gibt Schildkröten, Schilddrüsen, Schildbürger, den Schildhornsee bei Berlin und es gibt Schilder.
Auf Schildern stehen solche Sachen wie „Bratwurst 1 Mark” oder „Frisch gestrichen”, „Zutritt verboten”, „Heute letzter Tag”, „Non sputare nella Carrozza!” oder „Vereinigte Motor-Verlage”. Das ist dann aber schon ein Messingschild. Es gibt auch Türschilder, und es gibt diese niedlichen kleinen Kärtchen, die von einer Reißzwecke gehalten neben den Türschildern prangen. Liane Becker, steht darauf, Solotänzerin.
Das sind die Schilder, vor denen ich früher manchmal Herzklopfen bekam, obwohl sie kein Verkehrsverbot darstellten, ganz im Gegenteil.
Den Ernst des Schildes schlechthin lernte ich kennen, als ich den Führerschein machte. Ich war zwar schon jahrelang ohne denselben gefahren, aber nun galt es, die Schilder aufzusagen wie ein Gedicht von Johann Fürchtegott Gellert. Ein Verkehrsschild ist wie der Vorgesetzte beim Militär: Vorbeigehen in gerader Haltung mit Blickwendung, bei welcher der Nackenwirbel hörbar einrasten muß ... Die Schilderschöpfer haben für jede Gelegenheit ein passendes Schild erfunden, aber in der Amtssprache gibt es überhaupt keins — es gibt nur die Verkehrszeichen. Diese zerfallen beim Aufprall in Warnzeichen, Gebotszeichen, Verbotszeichen, Hinweiszeichen, Verkehrszeichen mit Zusatzschildern und sichere Anzeichen dafür, daß es nun bald am allerschildersten ist. Es ist fünf Minuten vor Schild! Gegen Reklame am Rande unserer Straßen ist der Staat offenbar nur, weil er den Rand für seine eigenen Schilder braucht — bis auf den letzten Meter! Es ist ganz einfach kein Platz mehr frei für Reklametafeln, es sei denn, daß man es besonders geschickt machte. So könnte man in das Zeichen „Bodenwelle” den Namenszug einer Büstenhalterfirma einsticken. Oder unter das schleudernde Auto könnte man schreiben: „Hauptsache allianzversichert!” — während sich unter dem Wildwechsel-Warnzeichen die Zeile anbringen ließe: „Hotel zum Hirsch Bad Wuchting.”
Auf diese Idee kommt außer mir natürlich niemand. Um heute Ideen zu haben, dazu braucht man ein Team. Ein Team sind ein paar Leute, die den Brei verderben. Auch unsere Regierung ist eins.
Aber ich schweife ab, manchmal werde ich beim Schreiben aus der Kurve getragen, wahrscheinlich deshalb, weil ich mich nicht anschnallen lasse. Ein angeschnallter Artikel geht stur geradeaus und eckt nirgends an. Mir ist noch nie einer gelungen. Bevor ein Mann mit einer Schaufel darangeht, ein Schlagloch einzuebnen, stellt er in Italien ein waagerechtes Brett auf mit der Inschrift: „Olio Sasso” — nein, das ist falsch, meine Erinnerung spielt mir einen Streich — „Lavori in corso” steht darauf, das heißt soviel wie „Straßenarbeiten” und genügt vollkommen.
Hierzulande macht der Mann mit der Schaufel ein paar Umstände mehr. Bevor er darangeht, das Schlagloch einzuebnen, stellt er einen ganzen Lastwagen voll Schilder auf. Erst drückt er mal systematisch die Geschwindigkeit herunter. Er fängt bei 80 an, geht dann auf 60, auf 40 und schließlich da, wo er mit seiner Schaufel zu stehen beabsichtigt, auf 10 herunter. Dann geht er frühstücken und alle fahren so lange 10, bis sie merken, daß sie selber daran schuld sind. Dann drehen sie wie-der auf und wundern sich. Nach dem Frühstück stellt der Mann noch diese Schilder auf: Allgemeine Gefahren-stelle, Engpaß, Oberholverbot, Schleudergefahr (denn er wird mit einem Eimer Wasser hantieren müssen), Baustelle, Verbot der Durchfahrt bei Gegenverkehr, Halte-verbot Anfang, Halteverbot Ende, Ende der Geschwindigkeitsbegrenzung, Ende des Oberholverbots. Ende des ersten Arbeitstages, der Mann geht nach Hause. Man kommt nun an
Eine Glatze ist der beste Schutz gegen Haarausfall.
Verzeichis: Auto Autovermietung Autohaus Gebrauchtwagen Autoboerse Autoversicherung Werkstatt Autohandel Abschleppdienst Quad Neuwagen Caravan Autotuning Leasing Autoverwertung LKW Autoersatzteile Autoanzeigen Fahrschule Tachojustierung Ferienfahrschule Landtechnik Ersatzteile Busreisen Kranverleih
Da in der kleinen Stadt nach dem Bankkrach, von dem auch mein Vater betroffen war, nichts mehr anfiel, verließen wir sie und gingen dahin, wo wir einst alle mit-einander geboren waren.
Diese Stadt war größer und sie hatte richtige Autogeschäfte. Aber wir mußten vor-übergehend zu Fuß gehen. Das waren zwei bittere Jahre für meinen Vater, den ich oft dabei ertappte, wie er verstohlen an seinem Feuerzeug schnupperte. Meinen Freund Benner habe ich nie wieder gesehen. Damals schmerzte es mich nicht, weil wir kurz vor meinem Wegzug einen bösen Streit gehabt hatten. Er wollte plötzlich Flugzeuge bauen und ich war weiterhin für Autos. Es krachte auch im Gebälk der BOB & BENNER-Werke.
Was er nun später wirklich gemacht hat, weiß ich nicht. Vielleicht ist er Baptistenprediger geworden, denn als ich damals mit dem staubbedeckten Stock-Motorrad, den zerrissenen Keilriemen um den Hals gehängt, zu ihm zurückkam, saß er am Straßenrand und betete .. .
Vielleicht baut er aber wirklich Flugzeuge? Ich werde es nie erfahren, denn so sehr ich mich auch bemühe und auf unser Klassenbild starre, das mir noch geblieben ist, sein Familienname will mir nicht einfallen. Ich weiß nur eins mit Sicherheit: Messerschmitt hieß er nicht, de Havilland auch nicht, auch nicht Dornier oder Douglas. Was aber nicht ausschließt, daß er bei einer dieser Firmen im Verwaltungsrat sitzt und auch meinen Familiennamen vergessen hat.
Er hätte mich ,sonst bestimmt geholt, denn ich war immer derjenige, der die Ideen hatte, während er bloß den Draht, das Millimeterpapier und das Benzin für das Stock-Motorrad kaufte. Und Ideen sind heute knapp. Man sieht es daran, daß die Flug-zeuge noch immer herunterfallen und die Autos mehr Inspektionen brauchen als früher.
Wie gesagt, es ist ein Jammer, daß es damals mit dem 8-Zylinder BOB & BENNER nicht geklappt hat .. .
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SCHILD SCHILDER SCHILDERSTEN
es gibt Schildkröten, Schilddrüsen, Schildbürger, den Schildhornsee bei Berlin und es gibt Schilder.
Auf Schildern stehen solche Sachen wie „Bratwurst 1 Mark” oder „Frisch gestrichen”, „Zutritt verboten”, „Heute letzter Tag”, „Non sputare nella Carrozza!” oder „Vereinigte Motor-Verlage”. Das ist dann aber schon ein Messingschild. Es gibt auch Türschilder, und es gibt diese niedlichen kleinen Kärtchen, die von einer Reißzwecke gehalten neben den Türschildern prangen. Liane Becker, steht darauf, Solotänzerin.
Das sind die Schilder, vor denen ich früher manchmal Herzklopfen bekam, obwohl sie kein Verkehrsverbot darstellten, ganz im Gegenteil.
Den Ernst des Schildes schlechthin lernte ich kennen, als ich den Führerschein machte. Ich war zwar schon jahrelang ohne denselben gefahren, aber nun galt es, die Schilder aufzusagen wie ein Gedicht von Johann Fürchtegott Gellert. Ein Verkehrsschild ist wie der Vorgesetzte beim Militär: Vorbeigehen in gerader Haltung mit Blickwendung, bei welcher der Nackenwirbel hörbar einrasten muß ... Die Schilderschöpfer haben für jede Gelegenheit ein passendes Schild erfunden, aber in der Amtssprache gibt es überhaupt keins — es gibt nur die Verkehrszeichen. Diese zerfallen beim Aufprall in Warnzeichen, Gebotszeichen, Verbotszeichen, Hinweiszeichen, Verkehrszeichen mit Zusatzschildern und sichere Anzeichen dafür, daß es nun bald am allerschildersten ist. Es ist fünf Minuten vor Schild! Gegen Reklame am Rande unserer Straßen ist der Staat offenbar nur, weil er den Rand für seine eigenen Schilder braucht — bis auf den letzten Meter! Es ist ganz einfach kein Platz mehr frei für Reklametafeln, es sei denn, daß man es besonders geschickt machte. So könnte man in das Zeichen „Bodenwelle” den Namenszug einer Büstenhalterfirma einsticken. Oder unter das schleudernde Auto könnte man schreiben: „Hauptsache allianzversichert!” — während sich unter dem Wildwechsel-Warnzeichen die Zeile anbringen ließe: „Hotel zum Hirsch Bad Wuchting.”
Auf diese Idee kommt außer mir natürlich niemand. Um heute Ideen zu haben, dazu braucht man ein Team. Ein Team sind ein paar Leute, die den Brei verderben. Auch unsere Regierung ist eins.
Aber ich schweife ab, manchmal werde ich beim Schreiben aus der Kurve getragen, wahrscheinlich deshalb, weil ich mich nicht anschnallen lasse. Ein angeschnallter Artikel geht stur geradeaus und eckt nirgends an. Mir ist noch nie einer gelungen. Bevor ein Mann mit einer Schaufel darangeht, ein Schlagloch einzuebnen, stellt er in Italien ein waagerechtes Brett auf mit der Inschrift: „Olio Sasso” — nein, das ist falsch, meine Erinnerung spielt mir einen Streich — „Lavori in corso” steht darauf, das heißt soviel wie „Straßenarbeiten” und genügt vollkommen.
Hierzulande macht der Mann mit der Schaufel ein paar Umstände mehr. Bevor er darangeht, das Schlagloch einzuebnen, stellt er einen ganzen Lastwagen voll Schilder auf. Erst drückt er mal systematisch die Geschwindigkeit herunter. Er fängt bei 80 an, geht dann auf 60, auf 40 und schließlich da, wo er mit seiner Schaufel zu stehen beabsichtigt, auf 10 herunter. Dann geht er frühstücken und alle fahren so lange 10, bis sie merken, daß sie selber daran schuld sind. Dann drehen sie wie-der auf und wundern sich. Nach dem Frühstück stellt der Mann noch diese Schilder auf: Allgemeine Gefahren-stelle, Engpaß, Oberholverbot, Schleudergefahr (denn er wird mit einem Eimer Wasser hantieren müssen), Baustelle, Verbot der Durchfahrt bei Gegenverkehr, Halte-verbot Anfang, Halteverbot Ende, Ende der Geschwindigkeitsbegrenzung, Ende des Oberholverbots. Ende des ersten Arbeitstages, der Mann geht nach Hause. Man kommt nun an
Eine Glatze ist der beste Schutz gegen Haarausfall.
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