Kategorie: Autohandel: Luechow:
Wasserleitungsrohrschelle über den Dorn hinausragte, nun einerseits über die Wasserleitungsrohrschelle vorstieß. Und damit hatte er eines der berühmten Eier des Herrn Columbus entdeckt.
„Na?” strahlt er mich an, und in Anbetracht des sehr unerfreulichen Beginns unserer Konversation strahle ich mit 15 Watt zurück. Nein, er wird keinen Schmierfleck mehr auf dem Rücken bekommen, jedenfalls nicht vom Haubendorn! Im Bewußtsein meiner Niederlage trete ich verlegen von einer Ölpfütze in die andere, es kann auch Molykote sein oder so etwas ähnliches, denn es ist sehr gleitsam, und plötzlich sitze ich hart neben dem Wagen auf meinem Differential.
Ich bleibe nicht allein, denn er läßt sich fast beglückt neben mich fallen, zieht mit dem Korkenzieher seines Taschenmessers und mit der Fingerfertigkeit einer Hebamme eine Radkappe herunter und deutet auf die Klemmen, auf denen sie saß. Sie sind mit Isolierband umwickelt. „Künftig klappert keine Kappe!” jubiliert er. „Kappen-Klemmen können kaum klappern”, gebe ich zurück. Die Idee mit dem Isolierband ist nicht schlecht. Mir fällt ein, daß ich in meinem Sechszylinder kein solches mit mir führe. Er drückt die Radkappe wieder drauf und streichelt noch einmal liebevoll über ihre Rundung. „Ja, aber die Tachowelle — sie soll auch nicht allzulange halten”, wage ich einzuwenden. Das ist das Ende meiner reinseidenen, auf der Piazza Novana gekauften römischen Krawatte. Er drückt mich wortlos unter den Wagen, läuft auf dem Rücken vor mir her und zieht mich mit unter meinem Kinn verschränkten Händen in der Art eines Rettungsschwimmers nach.
„Hier!” höre ich ihn sagen, aber ich sehe nichts. Es ist stockdunkel und ein Viertelpfund Dreck fällt mir in die Augen. „Da! Nach der dritten Tachowelle habe ich das zwischen Karosserie und Achsschenkel freiliegende Stück vor dem Einbau mit einem 70 cm langen Bougierrohr von 8 mm Stärke überzogen, so daß das eine Ende in das Führungsrohr, das andere Ende in die Hülse am Achsschenkel ragt. Nach dem Ein-bau habe ich die Enden mit Regenleistenkitt abgedichtet und —.”
In diesem Augenblick, als ich höflich „aha” sagen will, fällt mir ein etwa fünf Quadratzentimeter großes Stück Unterbodenschutz in den offenen Mund. Ich kann es nur mit Mühe und nach unfreiwilligem Verkosten wieder ausspucken. Aber es ist mir völlig klar, daß er mit diesen vier Tachowellen auskommen wird. Bestätigen kann ich es ihm nicht, denn mit fest zusammengepreßten Lippen und zugekniffenen Augen war ich noch nie ein überzeugender Redner.
Plötzlich fragt er mich unvermittelt, ob ich ihm nicht eine leergeschossene Gewehrpatrone besorgen könne. Er sagt es in einem Ton, als ginge es darum, ihm hinten-herum Kokain zu verschaffen. Ich erschrecke so heftig, daß ich den Versuch mache, ihm rücklings davonzulaufen, aber meine Krawatte wickelt sich dabei um einen Brems-schlauch, um sich nur in der Art eines Fliegenfängers, den man auseinanderzuziehen versucht, wieder davon zu lösen. „Da hinaus!” sagt er und es klingt, als hätten wir uns in den Abwässerkanälen von Paris verlaufen. Dabei zieht er mich an den Haaren in eine andere Richtung, und gleich darauf sehe ich das Tageslicht wieder.
Wir sitzen beide neben dem Wagen und lehnen uns an den Kotflügel.
„Eine leergeschossene Gewehrpatrone, ich bitte Sie darum!” sagte er beschwörend und verheißungsvoll zugleich. „Dann baue ich mir eine Rückfensterentfrostung, daß Sie einen Handstand machen!” Er ahnt nicht, daß mir ein solcher selbst dann nicht gelänge, wenn er mit Hilfe einer alten Sicherheitsnadel den Benzinverbrauch meines Sechszylinders reduzieren würde.
„Man nimmt einen Korken”, sagte er und ich denke an den Fernsehkoch, „einen Gummischlauch von ca. 1,5 bis 2 m Länge und eine leergeschossene Gewehrpatrone. In den Korken bohrt man ein Loch in der Größe des Geschoßkalibers, dann sägt man die Patronenhülse unten ab und steckt sie in den Pfropfen. Ober das herausragende Ende stülpt man den Gummischlauch. Dann stopft man den Korken in das Heizungsloch neben
Lieber ein Blatt vor dem Mund als ein Brett vor dem Kopf.
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Wasserleitungsrohrschelle über den Dorn hinausragte, nun einerseits über die Wasserleitungsrohrschelle vorstieß. Und damit hatte er eines der berühmten Eier des Herrn Columbus entdeckt.
„Na?” strahlt er mich an, und in Anbetracht des sehr unerfreulichen Beginns unserer Konversation strahle ich mit 15 Watt zurück. Nein, er wird keinen Schmierfleck mehr auf dem Rücken bekommen, jedenfalls nicht vom Haubendorn! Im Bewußtsein meiner Niederlage trete ich verlegen von einer Ölpfütze in die andere, es kann auch Molykote sein oder so etwas ähnliches, denn es ist sehr gleitsam, und plötzlich sitze ich hart neben dem Wagen auf meinem Differential.
Ich bleibe nicht allein, denn er läßt sich fast beglückt neben mich fallen, zieht mit dem Korkenzieher seines Taschenmessers und mit der Fingerfertigkeit einer Hebamme eine Radkappe herunter und deutet auf die Klemmen, auf denen sie saß. Sie sind mit Isolierband umwickelt. „Künftig klappert keine Kappe!” jubiliert er. „Kappen-Klemmen können kaum klappern”, gebe ich zurück. Die Idee mit dem Isolierband ist nicht schlecht. Mir fällt ein, daß ich in meinem Sechszylinder kein solches mit mir führe. Er drückt die Radkappe wieder drauf und streichelt noch einmal liebevoll über ihre Rundung. „Ja, aber die Tachowelle — sie soll auch nicht allzulange halten”, wage ich einzuwenden. Das ist das Ende meiner reinseidenen, auf der Piazza Novana gekauften römischen Krawatte. Er drückt mich wortlos unter den Wagen, läuft auf dem Rücken vor mir her und zieht mich mit unter meinem Kinn verschränkten Händen in der Art eines Rettungsschwimmers nach.
„Hier!” höre ich ihn sagen, aber ich sehe nichts. Es ist stockdunkel und ein Viertelpfund Dreck fällt mir in die Augen. „Da! Nach der dritten Tachowelle habe ich das zwischen Karosserie und Achsschenkel freiliegende Stück vor dem Einbau mit einem 70 cm langen Bougierrohr von 8 mm Stärke überzogen, so daß das eine Ende in das Führungsrohr, das andere Ende in die Hülse am Achsschenkel ragt. Nach dem Ein-bau habe ich die Enden mit Regenleistenkitt abgedichtet und —.”
In diesem Augenblick, als ich höflich „aha” sagen will, fällt mir ein etwa fünf Quadratzentimeter großes Stück Unterbodenschutz in den offenen Mund. Ich kann es nur mit Mühe und nach unfreiwilligem Verkosten wieder ausspucken. Aber es ist mir völlig klar, daß er mit diesen vier Tachowellen auskommen wird. Bestätigen kann ich es ihm nicht, denn mit fest zusammengepreßten Lippen und zugekniffenen Augen war ich noch nie ein überzeugender Redner.
Plötzlich fragt er mich unvermittelt, ob ich ihm nicht eine leergeschossene Gewehrpatrone besorgen könne. Er sagt es in einem Ton, als ginge es darum, ihm hinten-herum Kokain zu verschaffen. Ich erschrecke so heftig, daß ich den Versuch mache, ihm rücklings davonzulaufen, aber meine Krawatte wickelt sich dabei um einen Brems-schlauch, um sich nur in der Art eines Fliegenfängers, den man auseinanderzuziehen versucht, wieder davon zu lösen. „Da hinaus!” sagt er und es klingt, als hätten wir uns in den Abwässerkanälen von Paris verlaufen. Dabei zieht er mich an den Haaren in eine andere Richtung, und gleich darauf sehe ich das Tageslicht wieder.
Wir sitzen beide neben dem Wagen und lehnen uns an den Kotflügel.
„Eine leergeschossene Gewehrpatrone, ich bitte Sie darum!” sagte er beschwörend und verheißungsvoll zugleich. „Dann baue ich mir eine Rückfensterentfrostung, daß Sie einen Handstand machen!” Er ahnt nicht, daß mir ein solcher selbst dann nicht gelänge, wenn er mit Hilfe einer alten Sicherheitsnadel den Benzinverbrauch meines Sechszylinders reduzieren würde.
„Man nimmt einen Korken”, sagte er und ich denke an den Fernsehkoch, „einen Gummischlauch von ca. 1,5 bis 2 m Länge und eine leergeschossene Gewehrpatrone. In den Korken bohrt man ein Loch in der Größe des Geschoßkalibers, dann sägt man die Patronenhülse unten ab und steckt sie in den Pfropfen. Ober das herausragende Ende stülpt man den Gummischlauch. Dann stopft man den Korken in das Heizungsloch neben
Lieber ein Blatt vor dem Mund als ein Brett vor dem Kopf.
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