Kategorie: Autohandel: Uelzen:
für ungünstige Voraussetzungen!
Wo wären wohl all die Verkehrsschilder und -Paragraphen, die unhandlichen Fenster-kurbeln und Handbremshebel und die unzuverlässigen Benzinuhren hergekommen, wenn ...?
Sie sollten sich endlich mal am Anschnallgurt reißen und über all dieses nachzudenken beginnen.
Und wenn der Sicherheitshosenträger kommt, dann sollten Sie sich etwas schämen, daß er nicht von Ihnen ist.
Der Bastler
Fast immer, wenn ich meinen Wagen in der Sammelgarage hole oder abstelle, sehe ich unter einem der dreiundzwanzig Volkswagen ein paar Beine liegen. So natürlich auch heute. Den grün-gelb gestreiften Sockenhaltern nach ist es ein Mann, und ich höre an einem metallischen Pulsschlag, den er unter dem Wagen erzeugt, daß er sich bester Gesundheit erfreut.
Im Vorbeigehen räuspere ich mich, woraufhin das Klimpern erstirbt und mir eine schlecht geölte Stimme aus der Gegend des dritten Zylinders entgegenruft: „Ich hab's! Ha-ha-ha! Ich hab's!” Dann beginnt der Mann auf dem Kreuz zu robben, in einer Art, die ihm beim seligen Barras eine Beförderung zum Obergefreiten eingebracht hätte. Im Nu taucht er so aus der Anonymität auf. Als er mich erblickt, macht er ein sehr enttäuschtes, fast angewidertes Gesicht. Ich scheine nicht der richtige zu sein, und er macht Anstalten, mich wieder bis zu den Sockenhaltern zu verlassen.
„Wie gut, daß Sie es gefunden haben?!” halte ich ihn zurück. Aber er knurrt mich mißmutig an: „Sind Sie nicht der Herr mit dem Sechszylinder?” So fragt er wissend, und eine heiße Welle strömt vom Gasfuß zu meinem Herzen. Über meinen Sechszylinder kann man doch mit mir reden, mit ihm lebe ich gerade in den Flitterwochen... Aber der Mann wendet sich schon wieder von mir ab und schielt mit einem Auge er-wartungsvoll in das Auspuffrohr, vor dem er sitzt. „Warum?” so fragt er dabei mit-leidig, und er kann eigentlich nur mich meinen, denn ich glaube kaum, daß sich im Auspufftopf jemand befindet, „warum haben Sie sich denn nicht gleich einen VW gekauft?”
Sehen Sie, das gibt es wirklich! Dieser Frage bin ich schon oft begegnet, man kann sich heutzutage an keinem Sechszylinder mehr erfreuen.
„Einen VW?” frage ich zurück, und ich dehne das VW dabei besonders lang. Aber ich habe es wohl um einen Zahn zu weit gedehnt, denn nun springt er auf und wippt elastisch vor mir auf und nieder. Ob ich denn nicht wüßte, daß nichts auf der ganzen Welt besser sei als ein VW? Und ob ich denn noch nie in einem solchen drin gesessen habe? Und ob ich noch nicht einmal bemerkt hätte, daß ein Mann, der ganz in der Nähe wohne, von einem Cadillac auf einen VW Standard umgestiegen sei? (Nebenbei: ich kenne den Mann, er hatte sich in Erdnußkernen verspekuliert.) Und ob es mir völlig entgangen sei . . .
„Sie haben vollkommen recht”, sage ich erst mal. (Das müssen Sie sich merken; mit diesem Satz können Sie Bankräuber entwaffnen.) „Aber”, so fahre ich etwas lebensmüde fort, „aber mein Sechszylinder, äh, sehen Sie mal, die Heizung zum Beispiel — im Sommer, wenn sie abgestellt ist ...”
Ich konnte nicht ahnen, daß meine hilflose, zusammengesuchte Stotterei eine solche Wirkung auslösen würde. Der Mann bricht in ein schrilles, irrwitziges Gelächter aus. Ich habe diese Tonlage nicht mal in der Originalfassung von Macky Messer vorgefunden. Dann wirft er sich wie eine artistische Fallnummer zu Boden, läuft wieselflink auf dem Rücken unter das Heck des Wagens, schlägt da mit der flachen Hand gegen irgendein Blech und ruft:
„Drei Sommer lang störte mich die heiße Luft, die trotz abgestellter Heizung in den Wagen kam. Zuerst habe ich die Klappen mit riesengroßen Büroklammern festgehalten, aber sowie ich losfuhr, rutschten sie wieder ab. Heute nun, hören Sie, eben als Sie kamen, habe ich es geschafft. Ich habe ein Paar Hosenspangen, wie sie von Radfahrern benutzt werden, genommen und siehe da, die Klappen sitzen fest und bleiben offen wie ein Fahrstuhlschacht. Was sagen Sie nun?”
Ich sage nichts, und er lacht unter schauerlicher Resonanz gegen die Ölwanne, daß ich einen Kurbelwellenbruch befürchte. Aber dann fegt er seine Ersatzteile unter dem Wagen hervor — zwei Flaschenkorken, einen Einmachring, den Griff einer Zahnbürste — und zwischen einem Klingelknopf und einer Haarnadel kommt er selber wieder zum Vorschein, ein Liedchen aus Walt Disneys Wunderland summend.
Nun steht er da und klopft ein bißchen an sich herum, mit dem Erfolg, daß überall da, wo er klopft, ein Mehrbereichs-Öl-Fleck entsteht. Dann öffnet er die vordere Haube. Aber er bekommt keinen öligen Rücken. Ganz einfach deshalb nicht, weil er an einem der letzten Sonntage eine profilierte Wasserleitungsrohrschelle so abgewinkelt und mit dem kurzen Stück an der oberen Halteschraube des Dorns befestigt hatte, daß der andere Schenkel etwas über den Dorn hinausragte, mit diesem parallel verlief und bei geschlossener Haube zwischen dem Reservereifen und dem vorderen Abschlußblech versank. Ober die abgewinkelte Wasserleitungsrohrschelle hatte er dann einen Sonn-tag später, nachdem er sich am scharfen Ende der Schelle sein dunkles Jackett auf-geschlitzt hatte, das Stück eines alten Wasserschlauches geschoben, so daß es in dem Maße, wie die
Der Klügere gibt so lange nach, bis er der Dümmere ist.
Verzeichis: Auto Autovermietung Autohaus Gebrauchtwagen Autoboerse Autoversicherung Werkstatt Autohandel Abschleppdienst Quad Neuwagen Caravan Autotuning Leasing Autoverwertung LKW Autoersatzteile Autoanzeigen Fahrschule Tachojustierung Ferienfahrschule Landtechnik Ersatzteile Busreisen Kranverleih
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für ungünstige Voraussetzungen!
Wo wären wohl all die Verkehrsschilder und -Paragraphen, die unhandlichen Fenster-kurbeln und Handbremshebel und die unzuverlässigen Benzinuhren hergekommen, wenn ...?
Sie sollten sich endlich mal am Anschnallgurt reißen und über all dieses nachzudenken beginnen.
Und wenn der Sicherheitshosenträger kommt, dann sollten Sie sich etwas schämen, daß er nicht von Ihnen ist.
Der Bastler
Fast immer, wenn ich meinen Wagen in der Sammelgarage hole oder abstelle, sehe ich unter einem der dreiundzwanzig Volkswagen ein paar Beine liegen. So natürlich auch heute. Den grün-gelb gestreiften Sockenhaltern nach ist es ein Mann, und ich höre an einem metallischen Pulsschlag, den er unter dem Wagen erzeugt, daß er sich bester Gesundheit erfreut.
Im Vorbeigehen räuspere ich mich, woraufhin das Klimpern erstirbt und mir eine schlecht geölte Stimme aus der Gegend des dritten Zylinders entgegenruft: „Ich hab's! Ha-ha-ha! Ich hab's!” Dann beginnt der Mann auf dem Kreuz zu robben, in einer Art, die ihm beim seligen Barras eine Beförderung zum Obergefreiten eingebracht hätte. Im Nu taucht er so aus der Anonymität auf. Als er mich erblickt, macht er ein sehr enttäuschtes, fast angewidertes Gesicht. Ich scheine nicht der richtige zu sein, und er macht Anstalten, mich wieder bis zu den Sockenhaltern zu verlassen.
„Wie gut, daß Sie es gefunden haben?!” halte ich ihn zurück. Aber er knurrt mich mißmutig an: „Sind Sie nicht der Herr mit dem Sechszylinder?” So fragt er wissend, und eine heiße Welle strömt vom Gasfuß zu meinem Herzen. Über meinen Sechszylinder kann man doch mit mir reden, mit ihm lebe ich gerade in den Flitterwochen... Aber der Mann wendet sich schon wieder von mir ab und schielt mit einem Auge er-wartungsvoll in das Auspuffrohr, vor dem er sitzt. „Warum?” so fragt er dabei mit-leidig, und er kann eigentlich nur mich meinen, denn ich glaube kaum, daß sich im Auspufftopf jemand befindet, „warum haben Sie sich denn nicht gleich einen VW gekauft?”
Sehen Sie, das gibt es wirklich! Dieser Frage bin ich schon oft begegnet, man kann sich heutzutage an keinem Sechszylinder mehr erfreuen.
„Einen VW?” frage ich zurück, und ich dehne das VW dabei besonders lang. Aber ich habe es wohl um einen Zahn zu weit gedehnt, denn nun springt er auf und wippt elastisch vor mir auf und nieder. Ob ich denn nicht wüßte, daß nichts auf der ganzen Welt besser sei als ein VW? Und ob ich denn noch nie in einem solchen drin gesessen habe? Und ob ich noch nicht einmal bemerkt hätte, daß ein Mann, der ganz in der Nähe wohne, von einem Cadillac auf einen VW Standard umgestiegen sei? (Nebenbei: ich kenne den Mann, er hatte sich in Erdnußkernen verspekuliert.) Und ob es mir völlig entgangen sei . . .
„Sie haben vollkommen recht”, sage ich erst mal. (Das müssen Sie sich merken; mit diesem Satz können Sie Bankräuber entwaffnen.) „Aber”, so fahre ich etwas lebensmüde fort, „aber mein Sechszylinder, äh, sehen Sie mal, die Heizung zum Beispiel — im Sommer, wenn sie abgestellt ist ...”
Ich konnte nicht ahnen, daß meine hilflose, zusammengesuchte Stotterei eine solche Wirkung auslösen würde. Der Mann bricht in ein schrilles, irrwitziges Gelächter aus. Ich habe diese Tonlage nicht mal in der Originalfassung von Macky Messer vorgefunden. Dann wirft er sich wie eine artistische Fallnummer zu Boden, läuft wieselflink auf dem Rücken unter das Heck des Wagens, schlägt da mit der flachen Hand gegen irgendein Blech und ruft:
„Drei Sommer lang störte mich die heiße Luft, die trotz abgestellter Heizung in den Wagen kam. Zuerst habe ich die Klappen mit riesengroßen Büroklammern festgehalten, aber sowie ich losfuhr, rutschten sie wieder ab. Heute nun, hören Sie, eben als Sie kamen, habe ich es geschafft. Ich habe ein Paar Hosenspangen, wie sie von Radfahrern benutzt werden, genommen und siehe da, die Klappen sitzen fest und bleiben offen wie ein Fahrstuhlschacht. Was sagen Sie nun?”
Ich sage nichts, und er lacht unter schauerlicher Resonanz gegen die Ölwanne, daß ich einen Kurbelwellenbruch befürchte. Aber dann fegt er seine Ersatzteile unter dem Wagen hervor — zwei Flaschenkorken, einen Einmachring, den Griff einer Zahnbürste — und zwischen einem Klingelknopf und einer Haarnadel kommt er selber wieder zum Vorschein, ein Liedchen aus Walt Disneys Wunderland summend.
Nun steht er da und klopft ein bißchen an sich herum, mit dem Erfolg, daß überall da, wo er klopft, ein Mehrbereichs-Öl-Fleck entsteht. Dann öffnet er die vordere Haube. Aber er bekommt keinen öligen Rücken. Ganz einfach deshalb nicht, weil er an einem der letzten Sonntage eine profilierte Wasserleitungsrohrschelle so abgewinkelt und mit dem kurzen Stück an der oberen Halteschraube des Dorns befestigt hatte, daß der andere Schenkel etwas über den Dorn hinausragte, mit diesem parallel verlief und bei geschlossener Haube zwischen dem Reservereifen und dem vorderen Abschlußblech versank. Ober die abgewinkelte Wasserleitungsrohrschelle hatte er dann einen Sonn-tag später, nachdem er sich am scharfen Ende der Schelle sein dunkles Jackett auf-geschlitzt hatte, das Stück eines alten Wasserschlauches geschoben, so daß es in dem Maße, wie die
Der Klügere gibt so lange nach, bis er der Dümmere ist.
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