Kategorie: Caravan: Luechow:
Die Zeitbombe
(ich entsinne mich noch deutlich der Tatsache, daß mir mein Vater eine Woche vor meiner Konfirmation die Frage stellte:
„Wünschst du dir eine Taschenuhr oder eine Armbanduhr?”
Mit meinem heutigen Verstand hätte ich wohl geantwortet: „Eine Parkuhr!”, denn als junger Mensch wäre einem jede Quelle zur Erhöhung des Taschengeldes recht gewesen. Da ich damals aber meines heutigen, leicht abgebrühten Verstandes noch nicht mächtig war, bekam ich eine Armbanduhr, die seit 1945 ein Ami trägt.
Nicht jedem ist es vergönnt, auf die Art und Weise Geld zu machen wie der Staat. Der Steuerzahler finanziert ihm Uhren, die nur dann laufen, wenn der Steuerzahler sie mit seinen eigenen Groschen beschickt. Daß der Steuerzahler überhaupt dazu bereit ist, das ist eine Folge seines einsichtigen Wesens, das der Vernunft nicht allzu abhold ist. Als er seinerzeit nämlich zu den Parkuhren mit belegter Stimme „ja” sagte, da glaubte er an das Gute in der Parkuhr. Er glaubte daran, daß sie ihren Zweck erfüllen würde, ohne vom Staat mißbraucht zu werden.
Der Steuerzahler lernt eben nie aus, denn es gibt kein heimtückischeres, rätselhafte-res Tier als den Amtsschimmel. In dessen Hirn paart sich die Schläue eines Fuchses mit der Habgier des Aasgeiers, wobei er aber die naiv-dämlichen Züge eines Ochsen trägt, auf die der Steuerzahler leider immer wieder hereinfällt.
Der Amtsschimmel hat ein Talent, Geld zu machen, um das ihn sogar solche Zeitungsjungen, wie Rockefeller einer gewesen sein soll, beneidet haben würden. Daß andererseits sein Talent, mit diesem Geld klug zu wirtschaften, nur schwach ausgebildet ist, gehört auf ein anderes Blatt, das schon oft aufgeschlagen wurde.
Nicht nur der Staat, in weit höherem Maße der Autofahrer persönlich, mußte sich mit der steigenden Parkraumnot herumschlagen. In den Städten verwehrte so mancher Dauerparker vielen anderen das kurz befristete Abstellen ihres Fahrzeuges an der Bordsteinkante. Aus diesem Übelstand heraus kam die Parkuhr zum Zuge. Sie sollte den Parkenden Beine machen. Sie kann das auch. Sie ist geeignet, die Parkkapazität städtischer Straßen und Plätze zu erhöhen.
Daß eine billige Parkscheibe aus Pappe in der „blauen Zone” es ebensogut kann, davon weiß jeder Weitgereiste zu berichten. Aber die Behörden sind fürs Massive. Sie trauen einem Stückchen Pappe weniger als einer stählernen Säule mit Mechanismus. Der Staat hat eine Schwäche für Knobelbecher, auch dann, wenn dem Bürger mit einer leichten Sandale besser gedient wäre. Außerdem bringt das Stück Pappe nichts ein. Der Staat verschenkt keinen Meter Straße, solange es eine Methode gibt, diesen zu verschachern. Darum wurde nichts aus den Parkscheiben aus Pappe, die in der Lage gewesen wären, die Parkenden ebenso flott aufzuscheuchen. Allein darum ging es doch, oder?
Der Klügere gibt so lange nach, bis er der Dümmere ist.
Verzeichis: Auto Autovermietung Autohaus Gebrauchtwagen Autoboerse Autoversicherung Werkstatt Autohandel Abschleppdienst Quad Neuwagen Caravan Autotuning Leasing Autoverwertung LKW Autoersatzteile Autoanzeigen Fahrschule Tachojustierung Ferienfahrschule Landtechnik Ersatzteile Busreisen Kranverleih
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Die Zeitbombe
(ich entsinne mich noch deutlich der Tatsache, daß mir mein Vater eine Woche vor meiner Konfirmation die Frage stellte:
„Wünschst du dir eine Taschenuhr oder eine Armbanduhr?”
Mit meinem heutigen Verstand hätte ich wohl geantwortet: „Eine Parkuhr!”, denn als junger Mensch wäre einem jede Quelle zur Erhöhung des Taschengeldes recht gewesen. Da ich damals aber meines heutigen, leicht abgebrühten Verstandes noch nicht mächtig war, bekam ich eine Armbanduhr, die seit 1945 ein Ami trägt.
Nicht jedem ist es vergönnt, auf die Art und Weise Geld zu machen wie der Staat. Der Steuerzahler finanziert ihm Uhren, die nur dann laufen, wenn der Steuerzahler sie mit seinen eigenen Groschen beschickt. Daß der Steuerzahler überhaupt dazu bereit ist, das ist eine Folge seines einsichtigen Wesens, das der Vernunft nicht allzu abhold ist. Als er seinerzeit nämlich zu den Parkuhren mit belegter Stimme „ja” sagte, da glaubte er an das Gute in der Parkuhr. Er glaubte daran, daß sie ihren Zweck erfüllen würde, ohne vom Staat mißbraucht zu werden.
Der Steuerzahler lernt eben nie aus, denn es gibt kein heimtückischeres, rätselhafte-res Tier als den Amtsschimmel. In dessen Hirn paart sich die Schläue eines Fuchses mit der Habgier des Aasgeiers, wobei er aber die naiv-dämlichen Züge eines Ochsen trägt, auf die der Steuerzahler leider immer wieder hereinfällt.
Der Amtsschimmel hat ein Talent, Geld zu machen, um das ihn sogar solche Zeitungsjungen, wie Rockefeller einer gewesen sein soll, beneidet haben würden. Daß andererseits sein Talent, mit diesem Geld klug zu wirtschaften, nur schwach ausgebildet ist, gehört auf ein anderes Blatt, das schon oft aufgeschlagen wurde.
Nicht nur der Staat, in weit höherem Maße der Autofahrer persönlich, mußte sich mit der steigenden Parkraumnot herumschlagen. In den Städten verwehrte so mancher Dauerparker vielen anderen das kurz befristete Abstellen ihres Fahrzeuges an der Bordsteinkante. Aus diesem Übelstand heraus kam die Parkuhr zum Zuge. Sie sollte den Parkenden Beine machen. Sie kann das auch. Sie ist geeignet, die Parkkapazität städtischer Straßen und Plätze zu erhöhen.
Daß eine billige Parkscheibe aus Pappe in der „blauen Zone” es ebensogut kann, davon weiß jeder Weitgereiste zu berichten. Aber die Behörden sind fürs Massive. Sie trauen einem Stückchen Pappe weniger als einer stählernen Säule mit Mechanismus. Der Staat hat eine Schwäche für Knobelbecher, auch dann, wenn dem Bürger mit einer leichten Sandale besser gedient wäre. Außerdem bringt das Stück Pappe nichts ein. Der Staat verschenkt keinen Meter Straße, solange es eine Methode gibt, diesen zu verschachern. Darum wurde nichts aus den Parkscheiben aus Pappe, die in der Lage gewesen wären, die Parkenden ebenso flott aufzuscheuchen. Allein darum ging es doch, oder?
Der Klügere gibt so lange nach, bis er der Dümmere ist.
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