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SOLTAU
Kategorie: Caravan: Soltau:

So — und nun wollen wir alle mal gemeinsam aus vollem Halse lachen! Wir haben den Amtsschimmel wiehern hören. Der hat nämlich ganz vergessen, wozu er die Parkuhr eigentlich angeschafft hatte. Dem geht es nun nicht mehr um die Flüssigkeit des Verkehrs, dem geht es jetzt nur noch um die Flüssigkeit des Stadtsäckels! Der gute Sinn ist dem Amtsschimmel völlig entfallen. Wir sollen nicht müde werden, ihn daran zu erinnern! Wir werden solange protestieren müssen, bis er seine Gedanken wieder beisammen hat.
Es geht um die Lösung von Verkehrs-, nicht um die Lösung von Finanzproblemen. Sollen wir stur und böswillig unsere halbe Stunde absitzen? Das wäre erlaubt, aber nicht gemeinnützig. Oder sollen wir alles daransetzen, um den Plati so rasch als möglich für den Nächsten freizumachen? Wozu wollen uns die Ämter und Gerichte anhalten? Ist ihnen der Groschen mehr wert als eine Milderung des Chaos? Es scheint fast so, zwar nicht überall, aber doch hier und da. Zuletzt entschied sich das Oberlandesgericht Frankfurt für den Groschen. Jeder muß ihn einwerfen, der ankommt, jeder muß dem Flute Geßlers seinen Respekt erweisen, so, als ginge es nur noch um den Groschen! Man müßte ein Exempel statuieren können, Zehntausende von Kraftfahrern müßten ihren Rechtsanwalt neben einer Parkuhr postieren, die noch zwanzig Minuten bezahlter Zeit anzeigt. Und der Anwalt müßte jedem Platzsuchenden das Parken mit der Begründung verwehren:
„Dieser Platz gehört bis zwölf Uhr fünfunddreißig meinem Mandanten, er hat ihn bis dahin von der Stadt gemietet, wodurch Unbefugten die widerrechtliche Benutzung untersagt ist!”
Aber die Vernunft? Aber der Sinn der Sache? Allah möge verhindern, daß ich mit meinem eben gemachten Vorschlag den Staat auf einen neuen dämmen Gedanken gebracht hätte .. .


Das schönste Spielzeug des Jahrhunderts .. .
/Viele Leute bedauern, schon so alt zu sein. Aber ich bedaure, nicht so alt zu sein, daß ich in meiner Jugend Gelegenheit gehabt hätte, die Kinderschuhe des Automobils mit zu besohlen.
Vielleicht hätte ich mir auch eine Werk-statt eingerichtet und darin mit einem halben Dutzend rüstiger Schmiede und Feinmechaniker Automobile gebaut. Vielleicht würde man heute sagen: „Er fährt einen großen Busch!” Schließlich
klang Benz, Ford, Daimler und Horch damals ebensowenig nach Automobil wie etwa Busch. Und diese Leute hatten mir nur das eine voraus, daß sie früher da waren als ich. Ich kam zu spät. Als ich geboren wurde, waren die meisten schon pleite, und doch waren noch immer viele dabei, ihren Namen auf vernickelte Kühler zu heften. Aber ich erreichte den Anschluß nicht mehr, so schnell ich auch nach Aussagen meiner Mutter laufen lernte.
Trotzdem war es schön, ich wurde in die goldenen zwanziger Jahre hineingeboren, und soweit ich zurückdenken kann — zuerst roch es nach Benzin. Die Hebamme kann es nicht gewesen sein, sie war mit dem Fahrrad gekommen. Aber mein Vater roch immer nach Benzin, so stark, daß niemand wagte, in seiner Nähe eine offene Flamme zu entzünden.
Heute sitzt er in seinem Ohrensessel am Fenster und blickt den Autos nach. Er hält sich ein Feuerzeug, das er wöchentlich dreimal auftankt, obwohl er Nichtraucher ist. So riecht er noch immer nach Benzin.

Wenn die Klügeren nachgeben, regieren die Dummköpfe die Welt.
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