Kategorie: Neuwagen: Soltau:
Für uns scheint das Auto ein Sommerkleid oder ein Rauchtisch in Nierenform zu sein — beides kann nächste Woche nicht mehr gelten. Wir haben vergessen, daß ein Auto ein Ding von etwa tausend Kilo und noch mehr tausend Mark ist, welches dazu da ist, uns automobil, also selbstbeweglich, zu befördern. Daß es das mit und ohne Kleiderhaken hinten links tut, scheinen nur noch ganz wenige zu wissen.
Auch ein 49er 170V ist kein altes Auto, wenn er bei Herrn Oberregierungsrat a. D. in der Garage steht und nur sonntags einmal um den Block bewegt wird. Er hat 20000 auf dem Tacho, also stehen ihm noch 80000 muntere Kilometerchen bevor, so neu ist er! Sie sollten ihn bedenkenlos weiterfahren, Herr Oberregierungsrat, auch wenn die Nachbarn kichern. Die am lautesten lachen, haben, bei Licht betrachtet, nicht mal ein Moped. Oder ihr 63er Wagen vom neuesten Modelljahr läuft so intensiv auf Wechseln, daß sie selbst wegen Spritmangel zu Fuß gehen müssen.
Und überhaupt — was sich so von Jahr zu Jahr tut, ist, obwohl es manchmal schöner, meistens aber nur „anders” aussieht, noch lange keine Verbesserung! So mancher neue Kühlergrill ist geschaffen worden, weil der alte stabiler, aufwendiger und somit teurer war. Genauso ist es mit den Armaturenbrettern, den Heckleuchten und anderen Nebensächlichkeiten. Dem Werk fällt eine billigere Lösung ein (es sucht unentwegt danach) und es präsentiert uns diese unter der Fahne des Fortschritts.
Wir haben dann nichts Eiligeres zu tun, als unsere alte, praktischere, stabilere für ein Spottgeld zu verschleudern und uns den neuen Unsinn zuzulegen, damit wir up-todate sind. Wenn wir aber einmal nicht nach den Kinkerlitzchen sehen, sondern das Werk fragen würden, was denn am neuen Modell nun wirklich so viel besser sei, dann kämen wir dahinter, daß unser Auto überhaupt noch nicht überholt ist.
Der Motor ist seit nunmehr fünf Modelljahren der gleiche geblieben (die drei PS, die sie ihm noch angekitzelt haben, wirken sich nur insofern aus, als er jetzt zum Klingeln neigt und Super braucht) und das Fahrgestell ist nur in den Inseraten besser geworden, auf der Straße merken es nicht einmal die Tester. Wenn Ihr Inserat-Auto mit einem Affenzahn um eine regennasse Kurve wetzt, dann ahmen Sie dies bitte nicht nach, sondern vergegenwärtigen sich, daß Zeitunglesen eine gefährliche Sache sein kann. Daß nun die Blinker selbstrückstellend und die Heckleuchten anders gepreßt sind, ist noch lange kein Grund dafür, daß wir uns in einen Verlust von zweitausend Mark stürzen.
Eine Frage — fühlen Sie sich schon etwas besser? Ich wünsche es Ihnen von Herzen. Wenn wir nämlich so hektisch und reklame-anfällig weiterleben (noch weißer, super-weiß, so weiß war Wäsche nie!) dann ziehen wir uns selbst den Boden unter den Füßen weg und werden aus der Kurve getragen. Viele_ sind schon im Wald verschwunden, aber es fällt nicht so auf, weil Nervenleiden salonfähig geworden sind.
Wir brauchen wieder innere Sicherheit und gesunde Reserven. ~~ Wir bewegen uns nur noch schwebend und können jeden Augenblick herunterfallen. Wir müssen, obwohl unser Nachbar schon das Modell des nächsten Jahres bestellt hat, das noch niemand gesehen hat, klar erkennen können, was wir kaufen müssen, weil es für uns das richtige, weil es wirklich besser oder preiswerter ist. Und dann können wir es sogar ohne schlaflose Nächte bezahlen .. .
Wir sind kein Volk von glücklichen Autofahrern mehr. Wir sitzen in den schönsten Automobilen mit einem Gesicht, als säßen wir auf einem Ochsenkarren, weil uns ständig bewußt ist, daß dieses Modell seit einem Jahr durch eine neue Kofferklappe überholt ist. Wir haben aus der Frankofortitis ein Leiden gemacht, obwohl sie ein Zustand sein könnte, ein erfreulicher.
Wenn die Klügeren nachgeben, regieren die Dummköpfe die Welt.
Verzeichis: Auto Autovermietung Autohaus Gebrauchtwagen Autoboerse Autoversicherung Werkstatt Autohandel Abschleppdienst Quad Neuwagen Caravan Autotuning Leasing Autoverwertung LKW Autoersatzteile Autoanzeigen Fahrschule Tachojustierung Ferienfahrschule Landtechnik Ersatzteile Busreisen Kranverleih
Für uns scheint das Auto ein Sommerkleid oder ein Rauchtisch in Nierenform zu sein — beides kann nächste Woche nicht mehr gelten. Wir haben vergessen, daß ein Auto ein Ding von etwa tausend Kilo und noch mehr tausend Mark ist, welches dazu da ist, uns automobil, also selbstbeweglich, zu befördern. Daß es das mit und ohne Kleiderhaken hinten links tut, scheinen nur noch ganz wenige zu wissen.
Auch ein 49er 170V ist kein altes Auto, wenn er bei Herrn Oberregierungsrat a. D. in der Garage steht und nur sonntags einmal um den Block bewegt wird. Er hat 20000 auf dem Tacho, also stehen ihm noch 80000 muntere Kilometerchen bevor, so neu ist er! Sie sollten ihn bedenkenlos weiterfahren, Herr Oberregierungsrat, auch wenn die Nachbarn kichern. Die am lautesten lachen, haben, bei Licht betrachtet, nicht mal ein Moped. Oder ihr 63er Wagen vom neuesten Modelljahr läuft so intensiv auf Wechseln, daß sie selbst wegen Spritmangel zu Fuß gehen müssen.
Und überhaupt — was sich so von Jahr zu Jahr tut, ist, obwohl es manchmal schöner, meistens aber nur „anders” aussieht, noch lange keine Verbesserung! So mancher neue Kühlergrill ist geschaffen worden, weil der alte stabiler, aufwendiger und somit teurer war. Genauso ist es mit den Armaturenbrettern, den Heckleuchten und anderen Nebensächlichkeiten. Dem Werk fällt eine billigere Lösung ein (es sucht unentwegt danach) und es präsentiert uns diese unter der Fahne des Fortschritts.
Wir haben dann nichts Eiligeres zu tun, als unsere alte, praktischere, stabilere für ein Spottgeld zu verschleudern und uns den neuen Unsinn zuzulegen, damit wir up-todate sind. Wenn wir aber einmal nicht nach den Kinkerlitzchen sehen, sondern das Werk fragen würden, was denn am neuen Modell nun wirklich so viel besser sei, dann kämen wir dahinter, daß unser Auto überhaupt noch nicht überholt ist.
Der Motor ist seit nunmehr fünf Modelljahren der gleiche geblieben (die drei PS, die sie ihm noch angekitzelt haben, wirken sich nur insofern aus, als er jetzt zum Klingeln neigt und Super braucht) und das Fahrgestell ist nur in den Inseraten besser geworden, auf der Straße merken es nicht einmal die Tester. Wenn Ihr Inserat-Auto mit einem Affenzahn um eine regennasse Kurve wetzt, dann ahmen Sie dies bitte nicht nach, sondern vergegenwärtigen sich, daß Zeitunglesen eine gefährliche Sache sein kann. Daß nun die Blinker selbstrückstellend und die Heckleuchten anders gepreßt sind, ist noch lange kein Grund dafür, daß wir uns in einen Verlust von zweitausend Mark stürzen.
Eine Frage — fühlen Sie sich schon etwas besser? Ich wünsche es Ihnen von Herzen. Wenn wir nämlich so hektisch und reklame-anfällig weiterleben (noch weißer, super-weiß, so weiß war Wäsche nie!) dann ziehen wir uns selbst den Boden unter den Füßen weg und werden aus der Kurve getragen. Viele_ sind schon im Wald verschwunden, aber es fällt nicht so auf, weil Nervenleiden salonfähig geworden sind.
Wir brauchen wieder innere Sicherheit und gesunde Reserven. ~~ Wir bewegen uns nur noch schwebend und können jeden Augenblick herunterfallen. Wir müssen, obwohl unser Nachbar schon das Modell des nächsten Jahres bestellt hat, das noch niemand gesehen hat, klar erkennen können, was wir kaufen müssen, weil es für uns das richtige, weil es wirklich besser oder preiswerter ist. Und dann können wir es sogar ohne schlaflose Nächte bezahlen .. .
Wir sind kein Volk von glücklichen Autofahrern mehr. Wir sitzen in den schönsten Automobilen mit einem Gesicht, als säßen wir auf einem Ochsenkarren, weil uns ständig bewußt ist, daß dieses Modell seit einem Jahr durch eine neue Kofferklappe überholt ist. Wir haben aus der Frankofortitis ein Leiden gemacht, obwohl sie ein Zustand sein könnte, ein erfreulicher.
Wenn die Klügeren nachgeben, regieren die Dummköpfe die Welt.
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