Kategorie: Quad: Lueneburg:
Das Ganze, was wir eben taten, war weiter nichts, als daß wir uns vor dem Moloch „Mode” im Staube wälzten, denn es hatte weder etwas mit Fortschritt noch mit technischer Notwendigkeit zu tun. Nichts gegen die Taxifahrer, das sind brave Menschen, die sich lediglich hin und wieder eines etwas eigenartigen Fahrstiles befleißigen (hier und überall in der Welt, wahrscheinlich auch auf der Venus). Nichts gegen sie, aber alles gegen die Gefährte, in denen und mit denen sie ihrem Gewerbe nachgehen. Diese Fahrzeuge sind so töricht wie ein Kinderwagen mit Sperrdifferential oder ein Geldschrank in Stromlinienform.
Sie entsprechen nämlich ihrem Verwendungszweck in keiner Weise. Es gibt Leute, die haben das noch gar nicht gemerkt. Das sind die Marktforscher. Die sind noch nicht nach Untertürkheim, München, Köln, Rüsselsheim und Bremen gegangen, haben denen auf die Schultern getippt und gesagt: Hallo, wir brauchen eine Taxe!
Also weiß es noch keiner. Nur der Mercedes für den Herrn Bundeskanzler ist etwas höher und länger geworden (von wegen dem rostigen Scherengitter) und bei BMW hatte man für die gleichen Scharniere etwas Längeres und Höheres gebaut, ohne es aber mangels Kenntnissen in der Leihwagenbranche an den Mann bringen zu können. Das war alles, und auch der Bremer Pullman pullt nicht mehr, es war ihm nie so recht gelungen. Blieben die Karosseriefabriken, aber die machen aus geräumigen Viersitzern enge Zweisitzer und bauen uns auf Wunsch ein Torfklosett in den Kofferraum — von da haben wir auch keine Taxe zu erwarten.
Was gab es damals eigentlich? Zum Beispiel den Adler Favorit. Da konnte eine ganze Trauergemeinde aufrecht stehend mit Zylinder einen Choral drin singen. Das waren Zeiten. Und trotzdem — eine ideale Taxe war das auch nicht, denn vom Fahrer wurde offenbar erwartet, daß er der Angehörige eines innerafrikanischen Zwergenvolkes sei. Er konnte weder seinen Sitz, noch das brustkorbhohe Lenkrad verstellen und litt nach einer halben Stunde Fahrt an geschwollenen Knien, Magendrücken und unter der Wahnvorstellung, zwischen zwei Güterwagen geraten zu sein, deren Abstand sich langsam verringert ...
Darum machten damals die Taxifahrer während ihrer Dienststunden so viel andere Sachen, sozusagen als Ausgleichssport. Sie saßen auf dem Trittbrett und zeichneten (können sie heute nicht mehr, weil es kein Trittbrett mehr gibt) und wurden berühmte Karikaturisten, oder sie sangen sogarwährend der Fahrt und wurden berühmte Tenöre (geht heute auch nicht mehr, weil es die Trennscheibe nicht mehr gibt) oder sie zertrümmerten irgend etwas und wurden Atomforscher — das gibt es heute alles nicht mehr. Aber die mitfahrende Trauergemeinde fand wirklich ideale Bedingungen vor. Aufrechter Einstieg, zusätzliche, ausklappbare Notsitze, Zylinder kann oben bleiben, Kranz kann mit rein, der schwarze Anzug wird nicht zertrümmert, und Tante Frieda kommt sogar ohne fremde Hilfe wieder raus.
Sie kennen Tante Frieda? Es ist jene Dame, die Ihnen im Jahr 1928 ein Telegramm schickte und die Sie vom Bahnhof abholen müssen. Ihren 8/40er Opel haben Sie vor einer Stunde eigenhändig gewaschen, und nun regnet es. Also nehmen Sie eine Taxe. Damals ging man zu Fuß, wenn es regnete, um sein Auto zu schonen. Damals glaubte man, das Auto sei eine Anschaffung fürs Leben und man könne es noch seinem Sohn vererben.
Wir finden Tante Frieda, neben 23 anderen, unhandlichen Stücken, bereits wartend vor. Wir öffnen eine Tür, und Tante Frieda besteigt die Taxe. Sie nimmt Platz. Bitte, beachten Sie diese Redewendungen. Der unter dem Berg der 23 Gepäckstücke wartende Dienstmann hat sich inzwischen bemerkbar gemacht. Er reicht durch die gleiche Tür Stück für Stück der Koffer und Taschen, die sich bequem vor Tante Friedas Beinen aufschichten lassen. Das war 1928.
Nehmen wir an, Tante Frieda lebt immer noch, und es gilt, sie heute wieder vom Bahnhof abzuholen. Wir schreiben bekanntlich das Jahr, in welchem uns die Automobilindustrie noch immer keine Taxe bescheren wird. Und nun holen wir Tante Frieda ab. Warum nehmen wir eine Taxe? Wir haben unseren Wagen vor vier Wochen zur Inspektion angemeldet, und heute ist er dran. Dieser Termin läßt sich unmöglich verschieben. Wir werden es Tante Frieda erklären müssen. Ob sie es versteht, ist eine andere Sache, wir verstehen es ja selbst kaum. Also nehmen wir wieder eine Taxe.
Lieber durch Reichtum dümmer als durch Schaden Klug.
Verzeichis: Auto Autovermietung Autohaus Gebrauchtwagen Autoboerse Autoversicherung Werkstatt Autohandel Abschleppdienst Quad Neuwagen Caravan Autotuning Leasing Autoverwertung LKW Autoersatzteile Autoanzeigen Fahrschule Tachojustierung Ferienfahrschule Landtechnik Ersatzteile Busreisen Kranverleih
Das Ganze, was wir eben taten, war weiter nichts, als daß wir uns vor dem Moloch „Mode” im Staube wälzten, denn es hatte weder etwas mit Fortschritt noch mit technischer Notwendigkeit zu tun. Nichts gegen die Taxifahrer, das sind brave Menschen, die sich lediglich hin und wieder eines etwas eigenartigen Fahrstiles befleißigen (hier und überall in der Welt, wahrscheinlich auch auf der Venus). Nichts gegen sie, aber alles gegen die Gefährte, in denen und mit denen sie ihrem Gewerbe nachgehen. Diese Fahrzeuge sind so töricht wie ein Kinderwagen mit Sperrdifferential oder ein Geldschrank in Stromlinienform.
Sie entsprechen nämlich ihrem Verwendungszweck in keiner Weise. Es gibt Leute, die haben das noch gar nicht gemerkt. Das sind die Marktforscher. Die sind noch nicht nach Untertürkheim, München, Köln, Rüsselsheim und Bremen gegangen, haben denen auf die Schultern getippt und gesagt: Hallo, wir brauchen eine Taxe!
Also weiß es noch keiner. Nur der Mercedes für den Herrn Bundeskanzler ist etwas höher und länger geworden (von wegen dem rostigen Scherengitter) und bei BMW hatte man für die gleichen Scharniere etwas Längeres und Höheres gebaut, ohne es aber mangels Kenntnissen in der Leihwagenbranche an den Mann bringen zu können. Das war alles, und auch der Bremer Pullman pullt nicht mehr, es war ihm nie so recht gelungen. Blieben die Karosseriefabriken, aber die machen aus geräumigen Viersitzern enge Zweisitzer und bauen uns auf Wunsch ein Torfklosett in den Kofferraum — von da haben wir auch keine Taxe zu erwarten.
Was gab es damals eigentlich? Zum Beispiel den Adler Favorit. Da konnte eine ganze Trauergemeinde aufrecht stehend mit Zylinder einen Choral drin singen. Das waren Zeiten. Und trotzdem — eine ideale Taxe war das auch nicht, denn vom Fahrer wurde offenbar erwartet, daß er der Angehörige eines innerafrikanischen Zwergenvolkes sei. Er konnte weder seinen Sitz, noch das brustkorbhohe Lenkrad verstellen und litt nach einer halben Stunde Fahrt an geschwollenen Knien, Magendrücken und unter der Wahnvorstellung, zwischen zwei Güterwagen geraten zu sein, deren Abstand sich langsam verringert ...
Darum machten damals die Taxifahrer während ihrer Dienststunden so viel andere Sachen, sozusagen als Ausgleichssport. Sie saßen auf dem Trittbrett und zeichneten (können sie heute nicht mehr, weil es kein Trittbrett mehr gibt) und wurden berühmte Karikaturisten, oder sie sangen sogarwährend der Fahrt und wurden berühmte Tenöre (geht heute auch nicht mehr, weil es die Trennscheibe nicht mehr gibt) oder sie zertrümmerten irgend etwas und wurden Atomforscher — das gibt es heute alles nicht mehr. Aber die mitfahrende Trauergemeinde fand wirklich ideale Bedingungen vor. Aufrechter Einstieg, zusätzliche, ausklappbare Notsitze, Zylinder kann oben bleiben, Kranz kann mit rein, der schwarze Anzug wird nicht zertrümmert, und Tante Frieda kommt sogar ohne fremde Hilfe wieder raus.
Sie kennen Tante Frieda? Es ist jene Dame, die Ihnen im Jahr 1928 ein Telegramm schickte und die Sie vom Bahnhof abholen müssen. Ihren 8/40er Opel haben Sie vor einer Stunde eigenhändig gewaschen, und nun regnet es. Also nehmen Sie eine Taxe. Damals ging man zu Fuß, wenn es regnete, um sein Auto zu schonen. Damals glaubte man, das Auto sei eine Anschaffung fürs Leben und man könne es noch seinem Sohn vererben.
Wir finden Tante Frieda, neben 23 anderen, unhandlichen Stücken, bereits wartend vor. Wir öffnen eine Tür, und Tante Frieda besteigt die Taxe. Sie nimmt Platz. Bitte, beachten Sie diese Redewendungen. Der unter dem Berg der 23 Gepäckstücke wartende Dienstmann hat sich inzwischen bemerkbar gemacht. Er reicht durch die gleiche Tür Stück für Stück der Koffer und Taschen, die sich bequem vor Tante Friedas Beinen aufschichten lassen. Das war 1928.
Nehmen wir an, Tante Frieda lebt immer noch, und es gilt, sie heute wieder vom Bahnhof abzuholen. Wir schreiben bekanntlich das Jahr, in welchem uns die Automobilindustrie noch immer keine Taxe bescheren wird. Und nun holen wir Tante Frieda ab. Warum nehmen wir eine Taxe? Wir haben unseren Wagen vor vier Wochen zur Inspektion angemeldet, und heute ist er dran. Dieser Termin läßt sich unmöglich verschieben. Wir werden es Tante Frieda erklären müssen. Ob sie es versteht, ist eine andere Sache, wir verstehen es ja selbst kaum. Also nehmen wir wieder eine Taxe.
Lieber durch Reichtum dümmer als durch Schaden Klug.
Verzeichis: Auto Autovermietung Autohaus Gebrauchtwagen Autoboerse Autoversicherung Werkstatt Autohandel Abschleppdienst Quad Neuwagen Caravan Autotuning Leasing Autoverwertung LKW Autoersatzteile Autoanzeigen Fahrschule Tachojustierung Ferienfahrschule Landtechnik Ersatzteile Busreisen Kranverleih