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SYKE
Kategorie: Werkstatt: Syke:

Und dennoch zeigt sich bei diesem um Rennfahrer-Kreuze herumgebauten Wagen der Fortschritt hier und da mit Macht. So ist es wegen der von innen zu entriegelnden Motorhaube „unnotwendig, die Sicherheitsgurten abzunehmen, wenn der 01- und Wasserstand überprüft wird.”
Angeschnallt, wie man dabei bleiben kann, wird man nun nicht mehr mit dem Oberkörper in die Ölwanne oder mit dem Kopf ins kochende Kühlwasser fallen können.
Unter solchen dummen Zwischenfällen haben schließlich bisher die Rundenzeiten derartiger Sportwagen manchmal erheblich gelitten.
Außerdem beträgt die „Kopffreiheit bei geschlossener Haube 95 m”. Damit dürften selbst reichlich hochstämmige Mechaniker etwas anfangen können, wenn sie im Motorraum auf- und abgehen, etwa, um nach den Zündkerzen „mit langer Reichweite” zu sehen. Die bringen selbst einen zehn Meter entfernt abgestellten Omnibus zum Laufen, ob er nun will oder nicht. Man sollte sich vor ihnen, insbesondere auf über-füllten Parkplätzen, in acht nehmen! Aber auch der „Raum zwischen Fußhebeln und Rücksitzen” ist so reichlich bemessen, daß es der hintensitzenden Schwiegermutter nicht möglich sein dürfte, unaufgefordert die Fußbremse zu betätigen. Hier wurde eben an alles gedacht.
Auch an das Synchrongetriebe „an allen Vorwärtsverhältnissen”. Ich schließe daraus, daß der Wagen ein unsynchronisiertes Rückwärtsverhältnis haben muß, dessen mich meine Frau fortgesetzt verdächtigt.
Aber auch der „Lotus-Hochgeschwindigkeits-Spezial-Preßstahl” findet gebührende Erwähnung, der den Wagen immerhin auf 184 hochtreibt, wozu allerdings auch das beachtliche „Drehmoment von 160 km/h bei 4000 Umdrehungen” seinen Teil bei-steuern dürfte.
„Hier ist dein Saft”, sagt meine Frau, und sie sendet lauernd einen Augenblick aus ihren Winkeln.
„Oh, mit Dankbarkeit”, erwidere ich ihr, „er wird meine Hygiene vorantreiben.”
Und dann stelle ich, frisch gestärkt, fest, daß der Lotus Elan als erstes Serien-Automobil der Welt — wenn ich nicht irre — ein äußerst starkes „Entnebelungs-Aggregat” mitgeliefert bekommt. Das schlägt allerdings dem Eimer die Zähne aus! Nicht einmal beim Mercedes 600 haben sie es soweit gebracht. Da sieht man überdeutlich, wie zutiefst schlafend die deutsche Industrie nicht in Tätigkeit gerät.
Bei Nebel zieht man offenbar nur Knopf Nr. 5, und schon rückt die Sichtgrenze bis auf 180 km/h vor. Dagegen verblaßt natürlich das „Vollflußfilter” ebenso wie die „zugängliche Tauchstange”, worunter man wohl Hauptstromfilter (Strom = Fluß) und tilmeßstab zu verstehen hat.
Das Bremssystem mit „hydraulisch betätigten Tastern” und Scheiben darf man nun aber nicht mit hydraulisch betätigten Testern, die auf Scheibe sind, verwechseln. Wir wollen dem Fortschritt doch nicht gar zu heftig in seinen hinteren Teil treten. Schließlich will er schreiten können, und nirgends steht geschrieben, daß er rennen soll.
Wie gut, daß sich auch aus den abwegigsten und seltsamsten Begebenheiten noch irgendeine Lehre ziehen läßt.
Womit ich verenden möchte.
RIFIFI — oder das Vielzweck-Auto
a ugegeben, er heißt ganz anders, sie nennen ihn „Break”, aber man weiß ja, daß die Automobilfirmen in der Namensgebung für ihre Modelle den Instinkt eines blinden Huhnes haben.
Ich nenne ihn „Rififi”, denn dieses Auto ist so spannend wie ein guter Krimi — einer von denen, die der unbeherrschte Leser gern von hinten nach vorn zu lesen pflegt. Im vorliegenden Fall ist das sogar angebracht, denn der „Rififi” möchte von hinten nach vorn aufgeschlagen werden. Man ist dann gleich mittendrin und wird über den Reichtum an Kombinationsgabe erstaunt sein. Edgar Wallace könnte am Reißbrett gestanden haben.
Hier gibt es nicht nur die bewußten zwei Möglichkeiten, nein, hier ist alles möglich! Man kann die Leiche lang hineinlegen, ohne ihr auch nur den Hut abnehmen zu müssen, denn der Laderaum mißt von hinten nach vorn 2,11 Meter. Und man kann selbst den Hut dabei aufbehalten, denn der Laderaum ist sehr gut zugänglich und besitzt hinten an der Luke eine lichte Höhe von 93 cm.
Sieben einschlägig vorbestrafte Männer können, als Kegelklub getarnt, mitsamt einem Schweißgerät und einer wohlsortierten Werkzeugtasche nebst einigen Handfeuerwaffen vor jeder Kreissparkasse vorfahren, ohne in den Verdacht ehrenrühriger Vorsätze zu geraten. In schwierigen Fällen, wie sie auch dem routinierten Fachmann hier und da zu widerfahren pflegen, läßt sich der Tresor aufladen, um daheim in aller Ruhe aufgeknabbert zu werden. Das Laden bereitet kaum Umstände, zumal sich die Pritsche vermittels der sehr praktischen Niveaukorrektur so weit herabsenken läßt, daß die Bodenfreiheit des Wagens nur noch 9 cm beträgt. Auch das unhandlichste Möbel (kleinere Sparkassen sind oft altmodisch eingerichtet) läßt sich dann sehr leicht über die ausgeschwenkte Ladebrücke schieben. Und es darf bis zu 12,5 Zentner wiegen!

Der Kluge lässt sich belehren, der Unkluge weiß alles besser.
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