Kategorie: Werkstatt: Winsen:
Champagner an und auf Federico. Das ist ihm sehr peinlich, denn schließlich ist er hier, um über das Buch nachzudenken, das er im Begriff ist, zu schreiben. Er sagt das den Leuten auch.
Und siehe — alle schwärmen sie für Männer, die im Begriff sind, ein Buch zu schreiben. Ganz besonders intensiv schwärmt ein Mädchen, das sich Rosana nennt. Nach ein paar Tagen weiß er genau, wo sie ihre Bücher aufbewahrt, aber er hat nicht die geringste Ahnung, in welcher der dreihundertsiebenundneunzig römischen Carozzerias sich sein Zweisitzer befindet. Er weiß nur noch, daß der Lancia der Neapolitanerin so grün war, wie ihre Augen — und daß er gelbe Felgen hatte, die ihm sehr gut standen. Das ist zwar viel, aber doch auch reichlich wenig, denn weder die Carozzeria noch die Neapolitanerin kann er wiederfinden.
Auch der Firmenname in Rosanas Büstenhalter vermag ihm keine Anhaltspunkte zu geben. So sucht er
seinen Freund, den Maler, und findet ihn am Ufer des Tiber. Da sitzt er tief unten im Schilf und hat eine neue Engelsburg entdeckt. Er malt sie aus dem Wasser heraus, mit nassen Füßen und Moskitos im Nacken und ist davon überzeugt, daß er im Begriff ist, den Rom-Preis zu machen. Federico gesteht ihm, daß er noch keine einzige Seite geschrieben hat. Aber der Maler lacht ihn aus: Einer, der in Rom ein Mädchen verfallen läßt, wird auch Zeit zum Schreiben finden. Er ahnt nicht, was Federico inzwischen alles nicht verfallen ließ. Er wird jetzt nach Hause gehen, um auf der Stelle das Buch zu beginnen. Mit dem Vorwort beschäftigt, biegt er in die Via Mucio Clementi ein. Sie ist eine enge, aber freundliche Straße, die aussieht wie ein verwaschenes Faschingskostüm. Des Abends ist sie erfüllt vom Dröhnen der Fernsehgeräte, deren Lautstärke so eingestellt ist, daß der Putz von den Fassaden der Häuser fällt. Und am Morgen gegen fünf freuen sich die Straßenfeger, rudelweise auftretend, wie die Kinder, daß sie inmitten der Nacht mit Blecheimern, Schaufeln und dreiräderigen Velos aus voller Brust lärmen dürfen.
In dieser Straße stößt Federico auf den silbergrauen Balilla-Sport. Das ist der Wagen, den vor fünfundzwanzig Jahren der schnöselige Fabrikbesitzers-Sohn fuhr, mit dem Federicos erstes Mädchen so auf-und-davon ging, daß es heute noch mit ihm verheiratet ist. Seit damals träumt Federico davon, einmal Besitzer eines silbergrauen Balilla-Sport mit roten Ledersitzen zu sein.
Damals war er Sechzehn, und seine Ersparnisse reichten kaum für ein gebrauchtes Fahrrad. Der Name des Mädchens ist ihm entfallen, aber er erinnert sich deutlich, daß der Balilla einen VD-Kompressor hatte. Dieser hat keinen, doch es rührt Federico tief, daß Diktatoren kommen und gehen, ein Krieg stattfinden und Währungen reformiert werden konnten, ohne dem silbergrauen Balilla etwas anzuhaben. Irgend-jemand, ein Werkzeug des Schicksals, hat den Wagen für ihn durch die Fährnisse der Zeit gerettet.
Gerade kommt das Werkzeug aus einer Pizzeria heraus. Es ähnelt einem langen, verbogenen Schraubenzieher und ist mit engen Nietenhosen und einem quergestreiften Hemd umwickelt. Es behauptet, Francesco zu heißen und Besitzer des Balilla zu sein. Federicos Herz pumpt sich heiß. Er bietet seinen ganzen Wortschatz auf, um die Verwirklichung seines Jugendtraumes zu bewerkstelligen.
Er gerät in jenen unwirklichen Schwebezustand, der sich seiner stets bemächtigt, wenn ihm ein Automobilverkäufer einen Füllfederhalter zeigt. Er leert den Brustbeutel unter seinem Hemd bis zur Neige und tauscht die Barschaft für drei Monate weiteren Rom-Aufenthalt gegen fünfzehn Zentner fünfundzwanzig Jahre altes Blech. Das ist sein Tag! Der Wagen riecht heiß, seine silberne Schnauze erstreckt sich vor Federicos Auge wie der Leib eines Grand Prix-Monoposto. Die Brücken des Tiber fliegen an ihm vorüber, eine wird genommen, dann geht es die Straße nach Ostia hinunter, Weiter zum Lido di Roma, weiter am Meer entlang bis Anzio. Der Kühler kocht und die Vorderräder zeigen das deutliche Bestreben, sich bei achtzig aus ihren Befestigungen zu lösen und davonzuflattern in diese bunte Welt, die vom Duft verbrannten als, sonnenheißen Leders und abgeriebenen
Wenn die Klügeren nachgeben, regieren die Dummköpfe die Welt.
Verzeichis: Auto Autovermietung Autohaus Gebrauchtwagen Autoboerse Autoversicherung Werkstatt Autohandel Abschleppdienst Quad Neuwagen Caravan Autotuning Leasing Autoverwertung LKW Autoersatzteile Autoanzeigen Fahrschule Tachojustierung Ferienfahrschule Landtechnik Ersatzteile Busreisen Kranverleih
Champagner an und auf Federico. Das ist ihm sehr peinlich, denn schließlich ist er hier, um über das Buch nachzudenken, das er im Begriff ist, zu schreiben. Er sagt das den Leuten auch.
Und siehe — alle schwärmen sie für Männer, die im Begriff sind, ein Buch zu schreiben. Ganz besonders intensiv schwärmt ein Mädchen, das sich Rosana nennt. Nach ein paar Tagen weiß er genau, wo sie ihre Bücher aufbewahrt, aber er hat nicht die geringste Ahnung, in welcher der dreihundertsiebenundneunzig römischen Carozzerias sich sein Zweisitzer befindet. Er weiß nur noch, daß der Lancia der Neapolitanerin so grün war, wie ihre Augen — und daß er gelbe Felgen hatte, die ihm sehr gut standen. Das ist zwar viel, aber doch auch reichlich wenig, denn weder die Carozzeria noch die Neapolitanerin kann er wiederfinden.
Auch der Firmenname in Rosanas Büstenhalter vermag ihm keine Anhaltspunkte zu geben. So sucht er
seinen Freund, den Maler, und findet ihn am Ufer des Tiber. Da sitzt er tief unten im Schilf und hat eine neue Engelsburg entdeckt. Er malt sie aus dem Wasser heraus, mit nassen Füßen und Moskitos im Nacken und ist davon überzeugt, daß er im Begriff ist, den Rom-Preis zu machen. Federico gesteht ihm, daß er noch keine einzige Seite geschrieben hat. Aber der Maler lacht ihn aus: Einer, der in Rom ein Mädchen verfallen läßt, wird auch Zeit zum Schreiben finden. Er ahnt nicht, was Federico inzwischen alles nicht verfallen ließ. Er wird jetzt nach Hause gehen, um auf der Stelle das Buch zu beginnen. Mit dem Vorwort beschäftigt, biegt er in die Via Mucio Clementi ein. Sie ist eine enge, aber freundliche Straße, die aussieht wie ein verwaschenes Faschingskostüm. Des Abends ist sie erfüllt vom Dröhnen der Fernsehgeräte, deren Lautstärke so eingestellt ist, daß der Putz von den Fassaden der Häuser fällt. Und am Morgen gegen fünf freuen sich die Straßenfeger, rudelweise auftretend, wie die Kinder, daß sie inmitten der Nacht mit Blecheimern, Schaufeln und dreiräderigen Velos aus voller Brust lärmen dürfen.
In dieser Straße stößt Federico auf den silbergrauen Balilla-Sport. Das ist der Wagen, den vor fünfundzwanzig Jahren der schnöselige Fabrikbesitzers-Sohn fuhr, mit dem Federicos erstes Mädchen so auf-und-davon ging, daß es heute noch mit ihm verheiratet ist. Seit damals träumt Federico davon, einmal Besitzer eines silbergrauen Balilla-Sport mit roten Ledersitzen zu sein.
Damals war er Sechzehn, und seine Ersparnisse reichten kaum für ein gebrauchtes Fahrrad. Der Name des Mädchens ist ihm entfallen, aber er erinnert sich deutlich, daß der Balilla einen VD-Kompressor hatte. Dieser hat keinen, doch es rührt Federico tief, daß Diktatoren kommen und gehen, ein Krieg stattfinden und Währungen reformiert werden konnten, ohne dem silbergrauen Balilla etwas anzuhaben. Irgend-jemand, ein Werkzeug des Schicksals, hat den Wagen für ihn durch die Fährnisse der Zeit gerettet.
Gerade kommt das Werkzeug aus einer Pizzeria heraus. Es ähnelt einem langen, verbogenen Schraubenzieher und ist mit engen Nietenhosen und einem quergestreiften Hemd umwickelt. Es behauptet, Francesco zu heißen und Besitzer des Balilla zu sein. Federicos Herz pumpt sich heiß. Er bietet seinen ganzen Wortschatz auf, um die Verwirklichung seines Jugendtraumes zu bewerkstelligen.
Er gerät in jenen unwirklichen Schwebezustand, der sich seiner stets bemächtigt, wenn ihm ein Automobilverkäufer einen Füllfederhalter zeigt. Er leert den Brustbeutel unter seinem Hemd bis zur Neige und tauscht die Barschaft für drei Monate weiteren Rom-Aufenthalt gegen fünfzehn Zentner fünfundzwanzig Jahre altes Blech. Das ist sein Tag! Der Wagen riecht heiß, seine silberne Schnauze erstreckt sich vor Federicos Auge wie der Leib eines Grand Prix-Monoposto. Die Brücken des Tiber fliegen an ihm vorüber, eine wird genommen, dann geht es die Straße nach Ostia hinunter, Weiter zum Lido di Roma, weiter am Meer entlang bis Anzio. Der Kühler kocht und die Vorderräder zeigen das deutliche Bestreben, sich bei achtzig aus ihren Befestigungen zu lösen und davonzuflattern in diese bunte Welt, die vom Duft verbrannten als, sonnenheißen Leders und abgeriebenen
Wenn die Klügeren nachgeben, regieren die Dummköpfe die Welt.
Verzeichis: Auto Autovermietung Autohaus Gebrauchtwagen Autoboerse Autoversicherung Werkstatt Autohandel Abschleppdienst Quad Neuwagen Caravan Autotuning Leasing Autoverwertung LKW Autoersatzteile Autoanzeigen Fahrschule Tachojustierung Ferienfahrschule Landtechnik Ersatzteile Busreisen Kranverleih